Preisträgerfilme 2018

VIKTOR Main Competition DOK.international: THE DISTANT BARKING OF DOGS von Simon Lereng Wilmont

Aus der Jurybegründung: "Der diesjährige Gewinnerfilm erzählt vom Leben im Krieg aus den Augen der Kinder: Ohne jemals Panzer, Soldaten oder den Tod direkt zu zeigen, gelingt es dem Filmemacher eindrücklich zu vermitteln, welch tiefen und erschütternden Einfluss Krieg auf Menschen ausübt. Der Regisseur zeigt eine klare Haltung und ein tiefes Verständnis für das Kino. Mit außergewöhnlichen Bildern, kraftvollem Sounddesign und präziser Montage gelingt es ihm, aus einer individuellen Geschichte eine universelle zu entwickeln."

Gestiftet von Bayerischer Rundfunk und Global Screen, dotiert mit 10.000 Euro. Zur Jury DOK.international

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VIKTOR DOK.deutsch 2018: I'M A BAD GUY von Susanne Freund

Aus der Jurybegründung: "Wir geben den Preis an DEN Film, der uns nicht loslässt und mitunter verstört. Er lässt uns in Abgründe blicken, die unsere eigenen sein könnten. Zugleich stellt er die Frage nach Schuld und Sühne, nach der Definition von Normalität, Verbrechen und Gerechtigkeit. Die Geschichte des über 80-jährigen Wieners Adolf Schandl, der vor wenigen Jahren nach 40 Jahren Haft entlassen wurde, konfrontiert uns zudem mit Alter und Einsamkeit und fragt, was am Ende bleibt."

Dotiert mit 5.000 Euro. Zur Jury DOK.deutsch

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VIKTOR DOK.horizonte: DEMONS IN PARADISE von Jude Ratnam

Aus der Jurybegründung: "Dieser Debütfilm zeigt die Vielschichtigkeit von ethnischen Konflikten und Bürgerkrieg aus einer sehr persönlichen Perspektive: Der Regisseur bezog seine eigene Familie und ehemalige Nachbarn mit ein, um die Geschichte von Sri Lankas Kampf zu erzählen. Er führt uns zudem die unglaubliche Kraft der Montage vor Augen – aus dem über viele Jahre gesammelten Material entstand eine narrative Struktur, die einen erschütternden Schluss nahelegt: Gewalt ist in jedem von uns."

Gestiftet von der Petra-Kelly-Stiftung, dotiert mit 3.000 Euro. Zur Jury DOK.horizonte

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FFF Förderpreis Dokumentarfilm: FRÜHER ODER SPÄTER von Pauline Roenneberg

Aus der Jurybegründung: "Der FFF Förderpreis Dokumentarfilm 2018 geht an eine Regisseurin, die in ihrem ambitionierten Projekt großes erzählerisches Talent beweist und einer kühnen visuellen Vision folgt. Der Versuch, Alltagsgeschehen dokumentarisch einzufangen und mit einer fiktionalen Erzählstruktur zu verbinden, ist ihr mit großer atmosphärischer Dichte gelungen. Sie porträtiert Menschen lakonisch und humorvoll, ohne sie je bloßzustellen – eine Gratwanderung angesichts der Situationskomik, die sie in den unterschiedlichen Lebensformen in einem bayerischen Dorf entdeckt."

Gestiftet vom FilmFernsehFonds Bayern, dotiert mit 5.000 Euro. Zur Jury FFF Förderpreis Dokumentarfilm

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Megaherz Student Award: SAND UND BLUT von Matthias Krepp und Angelika Spangel

Aus der Jurybegründung: "Der diesjährige Gewinner des Student Awards zeichnet ein Bild, der von Gewalt geprägten jüngeren Geschichte eines Krisengebietes. Und dabei sehen und hören wir vor allem eines: Chaos und Unberechenbarkeit. Tiefgründig recherchiert, konstruiert dieser Film den Ablauf der Geschehnisse aus Sicht der Menschen, die in den letzten Jahren nach Europa geflüchtet sind und nun hier bei uns leben. Dabei beweisen die Filmemacher sowohl die Nähe zu ihren Protagonisten, als auch eine überzeugende Feinfühligkeit im Umgang mit dem Schnittmaterial."

Gestiftet von megaherz, präsentiert von ARTE, dotiert mit 3.000 Euro. Zur Jury Megaherz Student Award

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BR kinokino Publikumspreis: TACKLING LIFE von Johannes List

Den BR kinokino Publikumspreis gewinnt der Film, der die meisten Stimmen im Verhältnis zu seiner Zuschauerzahl erhalten hat. TACKLING LIFE konnte 83 Prozent seiner Zuschauer.innen zur Abstimmung bewegen. Insgesamt wurden im Rahmen des Publikumspreises 11.352 Stimmen abgegeben.

Ausgeschrieben vom BR Filmmagazin kinokino

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ARRI AMIRA Award: CANIBA von Véréna Paravel, Lucien Castaing-Taylor 

Aus der Jurybegründung: "Wir fühlen uns als Teil eines Experiments. Immer größer wird das eigene Bedürfnis, auf Abstand zu gehen, wir fühlen uns bedrängt, winden uns regelrecht vor der Leinwand, doch entziehen können wir uns nicht. Diese unausweichliche Konfrontation schaffen Véréna Paravel und Lucien Castaing-Taylor durch ihre kluge und konsequente Bildgestaltung. Sie zwingen uns, eigenen Grenzen nachzuspüren und sie zeitgleich zu überschreiten."

Gestiftet von ARRI, dotiert mit 5.000 Euro, für eine herausragende künstlerische Leistung im Bereich Kamera, reihenübergreifend. Zur Jury ARRI AMIRA Award

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VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis: GRENZENLOS – GESCHICHTEN VON FREIHEIT & FREUNDSCHAFT / Birgit Schulz 

Aus der Jurybegründung: "GRENZENLOS überschreitet auch formale Grenzen. Dokumentarische Teile und animierte Episoden wechseln einander ab, und es ist nicht zuletzt der ordnenden Hand der Produzentin zu verdanken, dass sich so unterschiedliche Stilelemente am Ende zu einer Arbeit aus einem Guss verbinden." 

Gestiftet von der VFF Verwertungsgesellschaft der Film und Fernsehproduzenten mbH, dotiert mit 7.500 EUR, für einen Film mit herausragender kreativer Bedeutung der Produktion. Zur Jury VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis

Im Rahmen der Preisverleihung vergab Crew United mit dem FairFilmAward Non-Fiction einen weiteren Preis mit Produktionsfokus. Die Auszeichnung 2018 ging an Florianfilm aus Köln.

 

Filmstill aus THE DISTANT BARKING OF DOGS

DOK.fest Preis der SOS Kinderdörfer weltweit: THE DISTANT BARKING OF DOGS von Simon Lereng Wilmont

Der dänische Filmemacher Simon Lereng Wilmont erhält dieses Jahr den DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit 2018. Sein Film THE DISTANT BARKING OF DOGS erzählt vom 10-jährigen Oleg, der mit seiner geliebten Großmutter in der Ostukraine nahe der Front lebt. Der Film zeigt, was es heißt, in Kriegszeiten Kind zu sein und früh erwachsen werden zu müssen – und wie wichtig gerade in dieser Situation die liebevolle Zuwendung einer Bezugsperson ist. 

„Selten wurde die innige Beziehung zwischen Großmutter und Enkel so poetisch erzählt“, schreibt die Jury in ihrer Begründung. „Die unaufgeregte Kamera bewegt sich durchgängig auf Augenhöhe mit Oleg – gerade nah genug, um mitfühlen zu können und fern genug, um den Überblick nicht zu verlieren. Ein meisterhafter, zutiefst berührender Liebesfilm, der beispielhaft das Leben von Kindern in Kriegsgebieten veranschaulicht und in seiner Unaufgeregtheit und Ehrlichkeit ein Maximum an Emotionen generiert.“

Der DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit wird gestiftet von B.O.A. Videofilmkunst und ist mit 3.000 Euro dotiert. Er wird dieses Jahr zum fünften Mal verliehen. Zur Jury

 

 


Deutscher Dokumentarfilm-Musikpreis: BEUYS / Damian Scholl, Ulrich Reuter 

Aus der Jurybegründung: „Die vielschichtige Musik der beiden Komponisten Ulrich Reuter und Damian Scholl ergänzt nicht nur kongenial den filmischen Blick von Andres Veiel auf Joseph Beuys, sondern interpretiert dessen künstlerische Arbeit auf eigene Weise. Die zum Teil rein analogen, beinahe klassisch angelegten Miniaturen, im Zusammenspiel mit den elektronischen Passagen, verweigern sich bewusst einem eindeutigen Zugriff und brechen die Perspektiven auf den Film und auf die Kunst Beuys' immer wieder neu­gierig auf.“

Gestiftet von der Versicherungskammer Kulturstiftung, unterstützt vom Förder- und Hilfsfonds des Deutschen Komponistenverbands, dotiert mit 5.000 Euro. Zur Jury Deutscher Dokumentarfilm-Musikpreis 

 

Pitch Award des Hauses des Dokumentarfilms: MERCI DE VOTRE VISITE von Julia Furer (ZHdK)

Aus der Jurybegründung: "Für Kompetenz sowohl in der Präsentation als auch im Thema der Geschichte, für ein vielschichtiges Konzept und für die Offenheit, dramaturgische Konzepte während des Storytellings auch zu überdenken. Für einen Einblick in die Wechselwirkung zwischen europäisch und orientalisch geprägten Erwartungen und Sehnsüchten, für eine Erzählung von Hoffnung und dem Glauben an ein paradiesisches Europa, aber auch von Abhängigkeit und Missverständnissen. Julia Furer hat die Jury neugierig gemacht auf einen Film, der Geschichten aus dem Morgenland ins Abendland trägt."

Gestiftet vom Haus des Dokumentarfilms Stuttgart, dotiert mit 2.500 Euro

Jury: Tobias Cassau (ZDF/ARTE), Petra Felber (BR), Jutta Krug (WDR), Catherine Le Goff (ARTE), Dr. Grit Lemke (Kuratorin), Esther van Messel (First Hand Films), Carl-Ludwig Rettinger (Lichtblick Film), Aline Schmid (Beauvoir Films), Siegfried Steinlechner (ORF), Marcus Vetter (SWR), Christian von Brockhausen (NDR), Ralph Wieser (Mischief Films)

 

Dokumentarfilmpreis für junge Menschen: VIELLEICHT von der Filmgruppe algo, Staatliches Berufliches Schulzentrum Alfons Goppel, Schweinfurt 

Aus der Jurybegründung: "Weder kitschig, noch manipulativ, noch mit erhobenem Zeigefinger zeigt dieser ruhige Film den unerträglichen Wartezustand, in dem Asylbewerber hier in Deutschland oftmals leben. Einige der Filmemacher sind zugleich auch die Protagonisten. Wahrscheinlich gelingt es ihnen daher so gut, die Zuschauer unaufdringlich in ihren Alltag mitzunehmen. Und sie dort nahbar erleben zu lassen, dass Flucht ein Zurücklassen der bisherigen Identität und zugleich auch Neustart in ein Leben in völliger Ungewissheit bedeutet."

Zweiter Platz: BILLY ZIEHT UM von Daniel Aberl
Dritter Platz: ANDERS SEHEN von der Filmgruppe des Goethe Gymnasiums Regensburg
Lobende Erwähnung: DEM GEWISSEN FOLGEN von Amelie und Moritz Geiger
Sonderpreis des BLLV: DIE SIEMENSWERKAAA von Feierwerk Trafixx, Soheb Fazelyar, Serkan Yarar, Derman Eker, Fehad Alatar

Jury: 
Maya Reichert (Filmemacherin, Leitung DOK.education), Martin Noweck (Kameramann, Dozent Medienzentrum München), Christiane Pfau (Herausgeberin Münchner Feuilleton, PR-Fachfrau), Christiane Winter (Co-Gründerin der Bildungsinitiative Digital2School, Medienberaterin, Kunstlehrerin), Amon Ritz (Filmemacher, Mitgründer von zugdirekt Filmproduktion)

Gestiftet von der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag (Gesamtwert 1.000 Euro) und dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (Sonderpreis des BLLV e.V., dotiert mit 300 Euro)