VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis 2027
Das DOK.fest München und die VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten mbH freuen sich, den 10. VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis auszuschreiben, der beim 42. DOK.fest München im Mai 2027 vergeben wird.
Die Einreichung für den VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis 2027 wird im September geöffnet.
Ein Preis für Dokumentarfilm-Produzent*innen in Deutschland
Gerade der Prozess der Entstehung eines Dokumentarfilms ist schwer planbar und bringt oft große Unsicherheiten mit sich. Dabei beweisen Produzent*innen immer wieder großen Mut und zeigen bei Projektentwicklung und Filmfinanzierung besondere Kreativität und hohes Engagement. Mit der Verleihung des VFF Dokumentarfilm-Produktionspreises beim DOK.fest München würdigen wir den leidenschaftlichen Einsatz und die Rolle der Produzent*innen bei der Entwicklung aktueller Kinodokumentarfilm-Projekte.
Die Auszeichnung wird von der VFF Verwertungsgesellschaft der Film und Fernsehproduzenten mbH gestiftet, sie ist mit einem Preisgeld von 7.500 Euro dotiert und einmalig in Deutschland. Ausgezeichnet wird der*die Produzent*in des Films. 2027 wird der Preis beim DOK.fest München zum zehnten Mal verliehen, die Vergabe findet im Rahmen des Festivals statt.
INNERE EMIGRANTEN gewinnt VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis 2026
Der VFF Dokumentarfilm-
In der Begründung der Jury heißt es:
"Vieles spricht dafür, den Herstellungsprozess eines Films arbeitsteilig zu organisieren. Eine versierte Produktionsfirma hält die finanziellen, administrativen und organisatorischen Fäden in der Hand und verschafft der Regie damit die dringend benötigten kreativen Freiräume.
Und doch sehen wir gerade im Dokumentarfilmbereich immer wieder Konstellationen, die nur in Personalunion von Produktion und Regie gelingen können. INNERE EMIGRANTEN von Lena Karbe liefert dafür ein herausragendes Beispiel: die Produzentin, in St. Petersburg geboren und seit ihrer Studienzeit an der Münchner Filmhochschule in Deutschland lebend, kehrt für den Film in ihre alte Heimat zurück, um über einen Produktionszeitraum von zwei Jahren hinweg ein ebenso tiefgründiges wie wahrhaftiges Bild der russischen Gesellschaft festzuhalten. Nicht durch den Einsatz gängiger journalistischer Methoden -was unter den obwaltenden politischen Rahmenbedingungen kaum möglich gewesen wäre- sondern durch einen ebenso einfachen wie genialen Einfall: sie porträtiert Psychologinnen und Psychologen einer Moskauer Krisenhotline bei ihren Beratungsgesprächen. Die Anrufer selbst sehen wir nicht, aber die Reaktionen des Beratungsteams werfen trotz der ruhigen und reflektierten Erzählweise ein Schlaglicht auf den Zustand einer zutiefst verwundeten Gesellschaft.
Dass ein solches Projekt nur unter Einhaltung strengster Geheimhaltung verwirklicht werden konnte, versteht sich von selbst, und Lena Karbe hat bei hohem persönlichem Risiko gut daran getan, keine weiteren Teammitglieder den damit verbundenen Gefahren auszusetzen. Ihr russischer Stab bleibt komplett anonym und was wir über die Dreharbeiten und den Transfer des so entstandenen Filmmaterials erfahren, liest sich wie eine Episode aus einem Agenten-Thriller.
Dass das Gelingen eines solchen Vorhabens von deutschen Geldgebern anfangs skeptisch beurteilt wurde, verwundert nicht, aber Lena Karbe ließ auch hier nicht locker: wiederholte Einreichungen sicherten schließlich die Unterstützung des Film-Förder-Fonds Bayern, des Deutschen Film-Förder-Fonds DFFF sowie der FFA aus Mitteln des deutsch-französischen Mini-Traité, denn mit Anne-Catherine Witts Pariser Produktionsfirma Macalube-Film kam eine deutsch-französische Koproduktion zustande. Da mochten denn auch die deutschen Sender RBB und MDR nicht abseits stehen; sie stiegen mit einem knappen Drittel der Produktionskosten ein und sorgten dafür, dass das Projekt -trotz hoher Bei- und Rückstellungen der beteiligten Produktionsfirmen- zu einem guten Ende und zu einem beeindruckenden Ergebnis geführt werden konnte. Hohe Risikobereitschaft in der Dokumentarfilmproduktion zahlt sich eben doch aus, findet die Jury. Und manchmal gewinnt man damit – wie im vorliegenden Fall – sogar den Dokumentarfilm-Produktionspreis der VFF. Herzlichen Glückwunsch!"
Jury: Thomas Frickel (Autor, Regisseur und Produzent), Oliver Gernstl (Produzent & Geschäftsführer megaherz GmbH), Andrea Roggon (Regisseurin, Produzentin & Dozentin)
Shortlist 2026
HELENE WEIGEL - REVOLUTIONÄRIN IM RAMPENLICHT
DE, AT, 2026, Maria Wischnewski, 102 Min.
Produktion: Maria Wischnewski
IM UMKREIS DES PARADIESES
DE, 2026, Yulia Lokshina, 120 Min.
Produktion: Isabelle Bertolone
INNERE EMIGRANTEN
DE, FR, 2025 Lena Karbe, 92 Min.
Produktion: Lena Karbe, Anne-Catherine Witt und Kathleen Mcinnis
MATERIA PRIMA
DE, 2026, Jens Schanze, 89 Min.
Produktion: Jens Schanze
SIRI HUSVEDT - DANCE AROUND THE SELF
DE, CH, 2026, Sabine Lidl, 110 Min.
Produktion: Irene Höfer
STILLE ZWISCHEN UNS
DE, 2026, Kim Münster, 85 Min.
Produktion: Kim Münster
Rückblick Preisträgerfilme
2022
Regie: Sarvnaz Alambeigi
Produktion: Sarvnaz Alambeigi, Stefan Tolz, Thomas Riedelsheimer, Louise Rosen (Filmpunkt GmbH, Rabison Art Production, Louise Rosen Ltd, SWR/ARTE)
2021
Regie: Antonia Kilian
Produktion: Frank Müller, Antonia Kilian, Guevara Namer (Doppelplusultra Filmproduktion)
2020
JENSEITS DES SICHTBAREN – HILMA AF KLINT
Regie: Halina Dyrschka
Produktion: Eva Illmer, Halina Dyrschka
2019
Regie: Cyprien Clement-Delmas, Igor Korenko
Produktion: Fabian Driehorst (Fabian&Fred)
2018
GRENZENLOS – GESCHICHTEN VON FREIHEIT UND FREUNDSCHAFT
Regie: Johanna Bentz, Camilo Colmenares, Sandra Dajani, Madeleine Dallmeyer, Nazgol Emami, Diana Menestrey, Khaled Nawal, Birgit Schulz
Produktion: Birgit Schulz (Bildersturm Filmproduktion)












