Der Krieg in der Ukraine und seine Vorgeschichte

Fünf Filme beim DOK.fest München 2022

TRENCHES, FR 2021, Loup Bureau, 85 Min.


#StandWithUkraine: Angesichts des brutalen Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine zeigt das 37. DOK.fest München fünf Filme, die sich mit dessen Vorgeschichte beschäftigen: vier aktuelle Filme aus der Ukraine sowie den Eröffnungsfilm NAWALNY über Russlands wichtigsten Oppositionellen Alexei Nawalny, der im internationalen Wettbewerb läuft.

Daniel Sponsel und Adele Kohout (Festivalleitung): Der Eröffnungsfilm skizziert umfassend, dass unsere Erwartung, in Russland würden sich nach dem Zerfall des Sowjetsystems stabile demokratische Strukturen etablieren, nicht eingetreten ist. Auch die an der Wirtschaft und dem Markt orientierte Idee der Partnerschaft erweist sich als obsolet. Die blühenden Landschaften im Osten sind mehr oder weniger den Oligarchen vorbehalten und das Land bleibt unter Putin gefangen in den Weltmachtansprüchen der Sowjetunion. Die brutale Gegenwart folgt ihrem langen Schatten der Vergangenheit, den wir so lange nicht sehen wollten. Die ersten Opfer eines jeden Krieges sind die Wahrheit und die Menschlichkeit. Die Filme aus und über die Ukraine in unserem Programm bezeugen eindrucksvoll, wie die schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft davon betroffen sind.“

 

Aktuelle Filme aus der und über die Ukraine auf dem DOK.fest München 2022

A HOUSE MADE OF SPLINTERS

A HOUSE MADE OF SPLINTERS
Dänemark/Schweden/Finnland/Ukraine 2022, Simon Lereng Wilmont, 87 Min.

Krieg, Obdachlosigkeit und Alkoholismus prägen Familien im ostukrainischen Lyssytschansk. Der Nachwuchs der Stadt kommt in ein Heim, in dem sich beharrliche und herzensgute Sozialarbeiterinnen darum kümmern, dass die Kinder wieder Hoffnung schöpfen. Neun Monate haben sie dafür Zeit. Dann entscheiden die Gerichte, wie es für die Kinder weitergehen soll.

Nominiert für den DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit

 

DONBAS DAYS

DONBAS DAYS
Ukraine/Deutschland 2021, Philipp Schaeffer, 16 Min.

Das Kurzporträt eines jungen Mannes, der als Ziel seines Auslandsjahres die Ukraine wählt, um vom Krieg geprägten Kindern Jonglierunterricht zu geben. Umgeben von Schützengräben offenbart er, dass er sich hier wohler fühle als in Tschechien, der herzlichen Menschen wegen. Höchst einfühlsam zeigt der Film eine Sinnsuche, umgeben von Waffenbeschuss.

Dieser Film ist Teil eines Kurzfilmprogramms. 

 

NAWALNY
USA 2022, Daniel Roher, 98 Min.

Der russische Oppositionelle Alexei Nawalny wurde im August 2020 mit Nowitschok vergiftet. Zwei Tage nach dem Attentat wurde er todkrank nach Berlin in die Charité evakuiert und kehrte im Januar 2021 nach Moskau zurück. Dazwischen liegt die minutiöse Rekonstruktion des Mordversuchs mit der Hilfe von Bellingcats Datenanalysen. Der Film des Jahres!

Eröffnungsfilm des 37. DOK.fest München am 04. Mai 2022

 

PUSHING BOUNDARIES

PUSHING BOUNDARIES
Schweiz 2021, Lesia Kordonets, 102 Min.

Sport und Politik waren noch nie ganz voneinander zu trennen. Als 2014 die Halbinsel Krim von Russland annektiert wurde, verlor das paralympische Team der Ukraine über Nacht ihr neues Trainingszentrum. Für fünf Sportler.innen und einen hinreißend unbeirrbaren Funktionär fängt der weite Weg zur Medaille in Rio de Janeiro dadurch erst richtig an.

 

TRENCHES
Frankreich 2021, Loup Bureau, 85 Min.

Eine Explosion – das Bild wackelt. Noch eine und es wird schwarz. Hautnah erleben wir „den letzten Konflikt auf europäischem Boden“ und wie belastend dieser für die ukrainischen Soldat.innen an der Front im Donbas ist. In ästhetischen schwarz/weiß Bildern begleitet Loup Bureau seine Protagonist.innen bei ihrem Alltag in den Schützengräben.

 

Sie finden alle Filme mit Bezug zur Ukraine in unserem Filmprogramm (online ab dem 25. April) auch unter dem Hashtag #StandWithUkraine.

Weitere Informationen zum Festival: