VFF Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produktionspreis 2026

Die Nominierungen für den VFF Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produktionspreis 2026 stehen fest.

DRIVING EUROPE gewinnt VFF Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produktionspreis 2026

Der erste VFF Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produktionspreis geht an die Produzenten des Films DRIVING EUROPE Lennart Heidtmann, Felix Länge und Artur Althen (Regie: Felix Länge).

In der Begründung der Jury heißt es:

 Ein gelungener Dokumentarfilm fühlt den Puls der Zeit, er zeigt gesellschaftliche Entwicklungen (und Fehlentwicklungen) auf und leuchtet die Räume hinter der Fassade der Tagesaktualität aus, indem er gesellschaftliche und politische Ereignisse aus der Anonymität der Nachrichtenströme herauslöst und ihnen ein Gesicht gibt.
Dazu braucht er Rückhalt in Produktionsstrukturen, die dieser Arbeit den Weg ebnen, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen schaffen und dem Kreativ-Team den Rücken freihalten.

Im Projekt DRIVING EUROPE scheint diese Symbiose auf besondere Weise geglückt, und was die Produktion in mehr als achtwöchiger Drehzeit auf einem südhessischen Autobahnparkplatz wie auch bei den nachfolgenden Recherchen an organisatorischer, materieller und möglicherweise auch ideeller Unterstützung zu dem Projekt beigetragen hat, lässt sich wohl erahnen. Lennart Heidtmann, Felix Länge und Artur Althen haben bei dieser Produktionsentscheidung bewiesen, was dokumentarisches Arbeiten so dringend braucht: ein sicheres Gespür für die Relevanz eines Themas, reaktionsschnelles Handeln und Durchhaltevermögen auch dann, wenn kein rasches Ende des Projekts absehbar ist.

Genau diese Fähigkeiten waren 2023 beim zweiten europaweit beachteten Streik georgischer und aserbeidschanischer Fernfahrer gefragt, denen von ihrem polnischen Auftraggeber über Monate hinweg der Arbeitslohn vorenthalten wurde und deren Protest mit einem Male ein grelles Schlaglicht auf die frühkapitalistischen Missstände der gesamten europäischen Logistikbranche warf: gnadenloser Konkurrenzdruck und Preisdumping degradiert insbesondere osteuropäische und asiatische Fernfahrer mit vollem Wissen reputierter deutscher Firmen und Handelsketten zu modernen Arbeitssklaven. Den dokumentarischen Blick über den Ort des Protestes hinaus auf den familiären Hintergrund eines Betroffenen, vor allem aber auch auf die Verantwortlichkeit der deutschen Auftraggeber zu lenken, zählt zu den Verdiensten einer Produktion, die sich würdig in das einstmals starke, inzwischen aber selten gewordene Subgenre der „Filme aus der Arbeitswelt“ einreiht und die nicht zuletzt dafür den VFF-Nachwuchs-Produktionspreis verdient hat."

 

Jury: Cosima Forchheimer (Produzentin),Thomas Frickel (Autor, Regisseur und Produzent), Leon Harms (Produzent)

Ein neuer Preis für Nachwuchs-Dokumentarfilm-Produzent*innen in Deutschland

Der in diesem Jahr erstmals ausgeschriebene Preis würdigt die zentrale Rolle der Produktion bei der Entstehung aktueller Hochschul-Dokumentarfilmprojekte.

Die Auszeichnung wird von der VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten mbH gestiftet und ist mit einem Preisgeld von 3.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wird der*die Produzent*in des Films. Die Vergabe findet im Rahmen des DOK.fest München, zusammen mit dem VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis, statt. 

Shortlist 2026

DRIVING EUROPE
DE, 2025, Felix Länge, 86 Min.
Produktion:
Lennart Heidtmann, Felix Länge, Artur Althen

FINDING CONNECTION
DE, 2026, Florian Karner, 84 Min.
Produktion:
Martin Schwimmer, Dominik Utz, Maite Bengsch

HAUS 4
DE, 2026, Philipp Schaeffer, 70 Min.
Produktion:
Franziska Unger, Paul Hartmann

NICHTS BLEIBT UND NICHTS VERSCHWINDET
DE, 2026, Paul Sonntag, 79 Min.
Produktion:
Oscar Meyer-Ricks, Judith Frahm, Paul Sonntag

WHERE THE WAVES TOOK HER
DE, 2025, Jana Stallein, 83 Min.
Produktion:
Charlotte Peters

Preisstifter