MATERIA PRIMA gewinnt Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis 2026
Deutschland 2026, 90 Min., Regie: Jens Schanze, Komposition: Atena Eshtiaghi
Die iranische Komponistin Atena Eshtiaghi erhält den Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis 2026 für ihre Musik zu dem Film MATERIA PRIMA von Regisseur Jens Schanze. Herzlichen Glückwunsch!
Zum Film: 1615 schreibt der indigene Chronist Felipe Guamán Poma de Ayala einen Brief an den spanischen König. Jens Schanze lässt dieses Zeugnis kolonialer Ausbeutung in die Gegenwart reichen: Heute sind es europäische und chinesische Konsortien, die im Salar de Uyuni, der größten Salzwüste Boliviens, Lithium abbauen wollen: das „weiße Gold" der Energiewende. Der Film begleitet Verhandlungen der staatlichen Firma YLB mit europäischen Firmenvertreter*innen, aber auch den Widerstand indigener Gemeinschaften, die um Wasser, Umwelt, Quinoa Anbau und die mythologische Bedeutung des Tunupa-Vulkans fürchten. Kameramann Börres Weiffenbach gelingen präzise, visuell beeindruckende Bilder globaler Machtstrukturen: nüchtern beobachtet, unbequem in ihrer Klarheit. Silvia Bauer
Zur Preisträgerin: Die iranische Cellistin und Filmkomponistin Atena Eshtiaghi, Jahrgang 1989, hat klassische Musik am Tehran Conservatory of Music studiert. Daneben hat sie sich mit persischer Musik, Electro und Jazz beschäftigt. Seit 2007 ist sie als Solistin und Orchestermusikerin tätig, unter anderem für das Tehran Symphony Orchestra und das Iran National Orchestra. Als Filmkomponistin hat sie unter anderem den Score zu Pegah Ahangaranis preisgekröntem Dokumentar-Kurzfilm „I'm Trying To Remember“ und zu „Endless Borders“ geschrieben. Mit MY STOLEN PLANET gewann sie 2024 zum ersten Mal den Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis. Atena Eshtiaghi lebt in Hamburg. Hier hat sie mit der Pianistin Clara Haberkamp das „Duo Azadi“ gegründet. Außerdem arbeitet sie zurzeit mit der Sängerin und Komponistin Golnar Shahyar.
Jurybegründung
"Mit ihrer Musik zu MATERIA PRIMA gelingt es Atena Eshtiaghi, den Bildern von Beginn an eine zusätzliche Tiefe zu verleihen und eine eigene erzählerische Ebene zu eröffnen. Die Musik fungiert dabei als eigenständige narrative Kraft, die den Film sensibel begleitet und zugleich dramaturgisch präzise erweitert. Immer wieder schält sie sich organisch aus dem Sounddesign heraus und verbindet sich nahtlos mit der Bildsprache.
Dabei wirkt die Komposition nie beliebig oder dekorativ, sondern klar durchdacht und stimmig in ihrer Gestaltung. Sie drängt sich nicht in den Vordergrund und entfaltet dennoch große Wirkung: Mit feinem Gespür vermittelt sie emotionale Nuancen – mal zart und zurückhaltend, mal prägnant und eindringlich. Gerade diese Balance aus Subtilität und Ausdruckskraft hebt den Film in seiner Gesamtwirkung spürbar auf eine höhere Ebene.
Der diesjährige Deutsche Dokumentarfilm-Musikpreis 2026 geht an Atena Eshtiaghi für ihre musikalische Arbeit in dem Film MATERIA PRIMA."
- Zur diesjährigen Jury des Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreises
- Pressemitteilung zum Preisträger des Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreises 2026
- Die Nominierten 2026
Der Film beim Festival
Der Preisträgerfilm MATERIA PRIMA wird im Rahmen des 41. DOK.fest München im Mai 2026 präsentiert:
Der Deutsche Dokumentarfilm-Musikpreis wird bei einer feierlichen Preisverleihung mit Film-Screening am Sonntag, 10. Mai 2026, um 20 Uhr im Audimax an der HFF München verliehen.
Ein Preis für den Score der Wirklichkeit
Der Deutsche Dokumentarfilm-Musikpreis würdigt jährlich eine Komposition, die sich auf herausragende Art und Weise mit der dokumentarischen Filmerzählung verbindet und wird 2026 bereits zum vierzehnten Mal verliehen. Er versteht sich als Plattform für die Arbeit der Komponist*innen und den Wert der Musik als erzählerischer Ebene im Dokumentarfilm.
Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, ausgezeichnet wird das Team aus Filmemacher*in und Komponist*in. Der Deutsche Dokumentarfilm-Musikpreis wird von der Versicherungskammer Kulturstiftung gestiftet und vom Förder- und Hilfsfonds des Deutschen Komponistenverbandes DKV unterstützt.



