DOK.network Africa

Afrika-Tag 2014

Kooperation mit dem Filmfest iREP in Nigeria

In Kooperation mit dem iREP International Film Festival und dem Zimbabwe International Film Festival präsentierte DOK.network Africa 2014 drei deutsche Dokumentarfilme in Lagos und Harare (zum Simbabwe Blog). Im Gegenzug ist es zentrales Ziel von DOK.network Africa, afrikanische Dokumentarfilme auf dem Markt und für die deutsche Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Dafür haben wir 2014 den Afrika-Tag im Museum Fünf Kontinente eingeführt. Eine ganze Reihe von Filmen aus und über Afrika werden zu einem bestimmten Thema kuratiert. Zum Abschluss gibt es am Abend eine Diskussion mit Filmemachern und Experten.

Konkrete Aktionen 2014
Um unseren Zuschauern ein authentisches Bild unserer jeweiligen Festivals zu zeigen, haben wir gegenseitig einen Film für die Festivaleditionen 2014 kuratiert. Die ausgewählten Filme sollten Geschichten von interkulturellen Schnittpunkten sein, als auch unsere gemeinsame Menschlichkeit und Werte zeigen. Geschichten, die uns menschlich machen.

iREP 2014
Zum iREP 2014 vom 20. bis 23. März haben wir den Dokumentarfilm STILL des Münchner Filmemachers Matti Bauer mit nach Lagos genommen.
Zusammen mit Matti Bauer in original Bayerischen Lederhosen präsentierte das DOK.fest den Film am Samstagabend.


DOK.fest 2014
Im Gegenzug wurde beim 29. DOK.fest in München in der Reihe DOK.special der vom iREP vorgeschlagenen Film RWANDA: BEYOND THE DEADLY PIT des ruandischen Filmemachers Gilbert Ndahayo gezeigt.
Der erste Dokumentarfilm eines Ruanders über den Völkermord 1994, der 2012 für den Africa Movie Academy Award – den Afrikanischen Oskar – nominiert wurde.

Sonntag, der 11. Mai stand beim Festival ganz im Zeichen des Afrikanischen Kontinents. Im Völkerkundemuseum wurden unter dem Motto „Eine Frage der Perspektive!?“ vier Filme aus und über Afrika gezeigt. Neben „Rwanda: Beyond the Deadly Pit“ waren das...
CONCERNING VIOLENCE von Göran Hugo Olsson
WE WERE REBELS von Katharina von Schöder und Florian Schewe
ZURÜCK IN DEN SÜDEN von Steffen Weber

Abgerundet wurde der Tag mit einer Podiumsdiskussion. Auf dem Podium saßen die beiden deutschen Filmemacher Florian Schewe und Steffen Weber sowie Gilbert Ndahayo aus Ruanda. Außerdem Bettina Kocher vom Fernsehworkshop Entwicklungspolitik und Femi Odugbemi, einer der Gründer und Direktoren des iREP Dokumentarfilmfestivals in Lagos, Nigeria.

Synopsis Podiumsdiskussion
Unser Blick auf Afrika ist immer noch von der kolonialen Vergangenheit geprägt. Kommerziell attraktive, also schnelle und negative Nachrichten, stereotypische Bilder und Erzählmuster umgeben uns seit Jahrzehnten. Doch die Welt dreht sich weiter und Afrika entwickelt sich in einer rasanten Geschwindigkeit. Technischer Fortschritt macht die Welt kleiner, weite Entfernungen werden geringer und ferne Länder kommen näher.
Im Dokumentarfilmbereich machen es die neuen Technologien heute möglich, dass junge Filmemacher einfach eine Kamera in die Hand nehmen, rausgehen und filmen. Man muss sich nicht mehr bei bei Europäischen Institutionen und Fernsehsendern um Förderung bewerben, um einen Dokumentarfilm zu drehen. Ein unbeeinflusster Blick ist heute möglich.
Darüber hinaus gibt es eine wachsende Nachfrage unter Afrikanischen Filmemachern, endlich den Blick auf Afrika selber zu bestimmen: während einer Dokumentarfilm-Konferenz in Südafrika 2011 haben Dokumentarfilmer das Documentary Network Africa gegründet, um die Erzählung von Afrikanischen Geschichten zu fördern.

Nun, was für eine Auswirkung haben diese Entwicklungen für das Machen von Dokumentarfilmen über Afrika? Welche Konsequenzen und Verantwortungen entstehen daraus, wenn überhaupt? Muss man pädagogisch sein, oder ist es eine Frage des Inhalts?
Können auf der anderen Seite Dokumentarfilme von jungen Afrikanischen Filmemachern bei der finalen Dekolonialisierung des Blicks auf Afrika eine Rolle spielen? Und auf welche Art und Weise werden wir unsere sich überschneidenden Realitäten und Erfahrungen zwischen Afrika und dem Westen festhalten? Wie sieht die Zukunft für Dokumentarfilme aus und über Afrika aus?

Die Podiumsdiskussionsteilnehmer
Bettina Kocher (Fernsehworkshop Entwicklungspolitik)
Gilbert Ndahayo (Regisseur RWANDA: BEYOND THE DEADLY PIT)
Femi Odugbemi (iREP Festival)
Steffen Weber (Regisseur ZURÜCK IN DEN SÜDEN)
Florian Schewe (Regisseur WE WERE REBELS)

 

Kontakt DOK.network Africa: Barbara Off, off@dokfest-muenchen.de