Filmvermittlung heute – Sichtbarkeit, Profession, Zukunft
Zweitägige Konferenz mit Workshops im Rahmen des DOK.forum 2026
Filmvermittlung als strukturelle Aufgabe der Filmkultur
Filmvermittlung ist längst ein zentrales Handlungsfeld der Filmkultur. Sie schlägt Brücken zwischen Film und Gesellschaft und fördert Film- und Medienkompetenz über Generationen hinweg. Filmfestivals, Kinos und Verleihe stehen zunehmend vor der Aufgabe, Filme nicht nur zu präsentieren, sondern einzuordnen, Kontexte zu schaffen und unterschiedliche Publika zu erreichen. Professionelle Vermittlung ist damit kein Zusatzangebot, sondern integraler Bestandteil zeitgemäßer Festival- und Kinopraxis.
Gleichzeitig bleibt das Berufsfeld strukturell unterentwickelt: Es fehlen klare Berufsprofile, transparente Honorarrichtlinien, definierte Ausbildungswege, nachhaltige Finanzierungsmodelle und stabile Vernetzungsstrukturen. Hier setzt die Konferenz Filmvermittlung heute - Sichtbarkeit, Profession, Zukunft an.
Der zweitägige Workshop versteht sich ausdrücklich als Arbeitsformat mit konkreten Ergebnissen. Wir bringen bundesweit Akteur*innen aus Festivalpraxis, Kino, Bildungsarbeit, Hochschulen, Medienpädagogik und Kulturpolitik in München zusammen. Unser gemeinsames Ziel ist es, Filmvermittlung als eigenständige, qualifizierte Profession sichtbar zu machen, strukturelle Perspektiven für Honorierung und Ausbildung zu entwickeln, nachhaltige Vernetzungsstrukturen aufzubauen und eine gemeinsame Agenda für die Weiterentwicklung des Berufsfeldes zu formulieren.
Am ersten Tag berichten Akteur*innen der Filmvermittlung in kurzen Pitches von ihren Erfahrungen im Arbeitsfeld Filmvermittlung. Am zweiten Tag werden die Themen in kleineren Arbeitsgruppen vertieft. Die Erkenntnisse der beiden Tage sollen der Ausgangspunkt sein für ein Netzwerk und die Entwicklung einer Knowledge Base.
Veranstaltungsinformationen und Anmeldung
- Das Arbeitsformat geht über zwei Tage:
Sonntag, 10. Mai 2026 | 10.00–17.30 Uhr und Montag, 11. Mai 2026 | 10.00–18.00 Uhr
Es ist auch möglich, nur an einem der beiden Workshoptage teilzunhemen. - Der Workshop findet auf Deutsch statt.
- Die Teilnahme ist kostenfrei.
- Der Workshop findet im Filmstudio 1 der HFF – Hochschule für Fernsehen und Film München statt.
- Der Workshop richtet sich an die Akkreditierte des DOK.forum, Interessierte Filmbranchengäste und Akteur*innen auf dem Feld der Filmvermittlung
- Um teilzunehmen, melden Sie sich bitte über das Formular an.
DOK.fest München zur Filmvermittlung
Das DOK.fest München versteht Filmvermittlung als strukturelle Aufgabe der Filmkultur. Sie stärkt Wahrnehmung, Dialog und nachhaltige Publikumsentwicklung und verbindet damit ästhetische Erfahrung mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Als internationales Festival für künstlerisch erzählenden Dokumentarfilm ist das DOK.fest München Plattform für filmische Positionen aus aller Welt und zugleich Ort der Begegnung zwischen Filmschaffenden und Publikum. Aus dieser kuratorischen Praxis heraus hat das Festival über viele Jahre eine besondere Expertise im Bereich der Filmbildung entwickelt, gebündelt im kontinuierlich gewachsenen Bildungsbereich DOK.education mit seinen Schulprogrammen und bundesweiten Kooperationen. In dieser Verbindung von Festivalplattform und Vermittlungspraxis liegt der besondere Rahmen für dieses Fachtreffen.
In unserer Arbeit im ganzjährigen Bildungsbereich DOK.education erleben wir immer wieder, wie kraftvoll der Kino-Dokumentarfilm in der Vermittlung wirkt. Er erzählt von realen Menschen und gesellschaftlichen Fragen und überrascht zugleich durch seine künstlerische Form. Viele Zuschauer*innen entdecken erst in unserer Kuration oder im Gespräch, wie stark Regieentscheidungen, Montage, Bildgestaltung oder Musik ihre Wahrnehmung prägen. Dieser Moment des Erkennens ist zentral für Medienkompetenz und das filmästhetische Verstehen. Gleichzeitig bietet der Dokumentarfilm mit seinen Inhalten Anlass zu Diskussion und Haltung und stärkt damit die Publikumsbindung sowie die gesellschaftliche Relevanz von Filmkultur.
So wird Filmvermittlung zu einem entscheidenden Baustein nachhaltiger Filmarbeit: Sie schafft informierte, neugierige und wiederkehrende Publika und stärkt damit langfristig die Sichtbarkeit, Auswertung und Zukunftsfähigkeit des Kino-Dokumentarfilms.





