Präambel zum DOK.fest München

Über die zukünftige Entwicklung des Festivals


Die Kunst der Stunde
Den Kinodokumentarfilm lieben wir als eine Kunstform, die mit den Mitteln der filmischen Ästhetik relevante Werte verhandelt und auf gesellschaftlicher, künstlerischer wie persönlicher Ebene zum interkulturellen Dialog einlädt. Der Dokumentarfilm ist in seiner ganzen Diversität gleichermaßen künstlerisch wertvoll wie gesellschaftlich relevant und damit die Kunst der Stunde. Als traditionsreiches Filmfestival brauchen wir das Kino als Ort der bestmöglichen Repräsentation von Dokumentarfilmkultur und als Ort der Begegnung und des Austauschs.

Get together
Unsere Aufgabe als Festival ist es, diese wichtigen Filme und das Publikum zusammenzubringen. Das ist uns in den vergangenen Jahren zunehmend erfolgreich gelungen. Das DOK.fest München ist mittlerweile das größte Festival seiner Art in Deutschland mit großer, auch internationaler Reichweite und Relevanz. Mit der diesjährigen Edition sind wir bedingt durch den Lockdown kurzfristig in einem Kraftakt komplett online gegangen und haben auch hier auf Anhieb großen Zuspruch von Seiten des Publikums und der teilnehmenden Rechteinhaber*innen erfahren. Selbst die Kinos konnten wir an den Erlösen beteiligen.

Cinema meets online
In der aktuellen unsicheren Situation fühlen wir uns als Botschafter und Plattform dem Dokumentarfilm in jeder Hinsicht verpflichtet. Die Auswertung von Dokumentarfilmen in der klassischen Kinoauswertung kombiniert mit einer zusätzlichen digitalen Leinwand steht generell als Perspektive für die Branche zur Debatte. Wir haben als Festival in den kommenden Jahren die Chance, in einem zeitlich begrenzten Rahmen dieses neue Modell nach allen Seiten auszuloten.

Die Zukunft passiert jetzt
Als eines der größten Dokumentarfilmfestivals Europas sehen wir uns in der Pflicht und der Verantwortung, eine Vision und konkrete Perspektive für die Zukunft des Kinodokumentarfilms zu entwerfen – und das nicht nur für die kommende Festivaledition im Mai 2021. Vielmehr in dem Bewusstsein, dass jetzt der Moment ist, in dem wir die zukünftige Bedeutung des Dokumentarfilms in der Gesellschaft gestalten können. Ein direktes Zurück ins Gestern wird es nicht geben. Die Zukunft wiederum lässt sich am besten voraussagen, wenn man sie selbst mitbestimmt.

Hybrides Festival
Die duale Präsentation und Auswertung der Dokumentarfilme im Rahmen eines hy­briden Festivals bieten die Chance, mit Premierenevents und dem Austausch vor Ort im Kino zu beginnen, um dann anschließend deutschlandweit in die Online-Präsen­tation zu gehen. Die Ticketpreise sind einheitlich und lassen die Option zu, einen Film, etwa bei einem verpassten Kinotermin, alternativ auch später online zu sehen. Die zeitliche Be­gren­zung auf den Festivalzeitraum und die auf Deutschland begrenzte Verfügbarkeit sind dabei obligatorisch. Das Konzept eines hybriden Festivals sollte sowohl die Möglichkeiten für die Auswertung der Filme erhöhen, als auch eine umfassende Barrierefreiheit gewährleisten und alle Beteiligten bei den Erlösen berücksichtigen. Ziel ist es, das Beste aus der analogen und der digitalen Welt miteinander zu verbinden.