Deutscher Dokumentarfilm-Musikpreis 2022: Die Nominierten

 

Der Deutsche Dokumentarfilm-Musikpreis wird von der Versicherungskammer Kulturstiftung gestiftet und ist mit 5.000 Euro dotiert.

 

Die Nominierten

AMONG US WOMEN (በኛ በሴቶች መካከል)
Äthiopien/Deutschland 2021, Sarah Noa Bozenhardt, Daniel Abate Tilahun, 93 Min.
Komposition: Anna-Marlene Bicking

Ein Porträt der äthiopischen Geburtshilfe im Wandel: Trotz der Möglichkeit, in einer Klinik zu entbinden, entscheidet sich Hulu bei ihrem vierten Kind für eine Hausgeburt. Eine mutiger Schritt, denn die patriarchalen Strukturen sind noch immer mächtig. Ganz nah und höchst einfühlsam erzählt der Film, was weibliche Gemeinschaft bedeutet.

 

ARBEITERINNEN / PRACUJĄCE KOBIETY
Deutschland/Polen 2021, Julia Roesler, 73 Min.
Komposition: Insa Rudolph, Esra Dalfidan, Katrin Mickiewicz

Was bedeutet Arbeit für die eigene Identität? Der vergleichende Blick auf Polen und Deutschland macht deutlich, wie Arbeitsbiografien brüchig werden und Geschlechter- und Familienmodelle sich verändern. Und es entsteht die dringende Frage, wie gegenseitige Solidarität möglich ist.

 

A SOUND OF MY OWN
Deutschland 2021, Rebecca Zehr, 52 Min.
Komposition: Marja Burchard

Kann man Bilder hören? Ton sehen? Durchlässig sein, ohne sich zu verlieren? Seinen Weg gehen, ohne die Wurzeln zu verleugnen? Marja Burchhard, die neue Bandleaderin des Kollektivs Embryo, ist auf der Suche nach ihren eigenen Tönen. Ein Filmkunstwerk, wie gespielt auf einem Instrument, das auf der Bild- und Tonebene improvisiert und experimentiert.

 

AUF DER SUCHE NACH FRITZ KANN
Deutschland 2021, Marcel Kolvenbach, 100 Min.
Komposition: Cassis B. Staudt

Filmemacher Marcel Kolvenbach verfolgt die Spur des ersten Mannes seiner Großmutter – des Juden Fritz Kann, der von den Nazis deportiert und ermordet wurde. War Fritz Kann sein Großvater? Die Suche führt von Deutschland über Polen bis nach Argentinien, dabei kreuzen sich die Wege anderer Suchender.

 

BURNING MEMORIES
Schweiz 2020, Alice Schmid, 80 Min.
Komposition: Alice Schmid

Alice hat sich ihr ganzes Leben mit den Themen Kinder, Gewalt und Missbrauch beschäftigt. Sie hat dazu Bücher geschrieben und Filme gedreht, ohne zu wissen weshalb. Einen Missbrauch als 16-jähriges Mädchen hat sie komplett aus ihrem Bewusstsein verdrängt, aber ein Leben lang unbewusst mitgetragen.

 

KALLE KOSMONAUT
Deutschland 2022, Tine Kugler, Günther Kurth, 98 Min.
Komposition: Philip Bradatsch

Kalle will was erreichen. Ein „Ghetto-Kind, ein Kind, was nur Scheiße baut und Drogen nimmt...“, das will er nicht sein. Und doch meint es das Leben nicht gut mit ihm. Körperverletzung mit 16 – die Tat verändert alles. Der Film folgt Kalle durch die Irrungen und Wirrungen seines Erwachsenwerdens und beobachtet ihn über eine Dauer von 10 Jahren.

 

PREISTRÄGER:

MEIN GESTOHLENES LAND 
Deutschland 2021, Marc Wiese, 93 Min.
Komposition: Carsten Nicolai aka. Alva Noto

Seit 2007 wird Ecuador durch wirtschaftliche Knebelverträge ausgebeutet. Paúl macht sich für den Kampf der Dorfbewohner.innen bereit – wenn es sein muss auch bewaffnet. Der Journalist Fernando benutzt seine Waffen der Fakten und legt rund 4000 Verträge offen, die der ehemalige Präsident Rafael Correa mit China abgeschlossen hat.

 

SCHMETTERLINGE IM KOPF
Deutschland 2021, Sobo Swobodnik, 100 Min.
Komposition: Elias Gottstein, Lars Rudolph

Lotte Ingrisch, geboren 1930 in Österreich, war der erste Hippie, die erste Grüne, Prophetin des Wassermann-Zeitalters, der Cyberspace-Kultur und – ohne selbst Feministin zu sein – eine Vorkämpferin für den totalen Rollenwechsel der Frau. Der Film versucht dieser eigenwilligen wie einmaligen Persönlichkeit filmisch wie auditiv näher zu kommen.

 

Die Jury

Wir freuen uns, Ihnen die Jury des Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreises 2022 vorzustellen.