DIE ACHTE WELT

Deutschland 2002 – Regie: Fridolin Schley – Originalfassung: Deutsch – Länge: 23 min.

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Maxim Mi 7.5. 23.00

Eine Welt in Super 8, Mitte der 80er Jahre endgültig untergegangen, verdrängt von multifunktionalen Videocamcordern. In blassen Farben zeigt sie Familien an vermeintlichen Höhepunkten des gemeinsamen Lebens: Weihnachten, Geburtstage, Urlaub ... Zeit zum Schwelgen bleibt genug: die Bilder laufen ohne Ton und in kaum merklicher Zeitlupe. Die Aufnahmen gleichen sich bis ins Detail, bis auf die Einstellung, den einzelnen Schwenk - so dass man aus ihnen eine große gemeinsame Geschichte erzählen kann, die fiktionale Geschichte einer Proto-Familie der 70er und 80er Jahre, zusammengestückelt aus authentischen Erinnerungsstücken vergangenen Familienglücks. Die Achte Welt sucht nach einem Grundkonsens über den Wert Familie, nach Ritualen - und ist ein Abschied vom Familienformat Super 8.

"Super 8 verklärt die Ereignisse, rafft die Banalität eines bürgerlichen Familienlebens zu einem acht-Milimeter-schmalen Kunstwerk (...). Die Achte Welt ist nicht real, sie lebt von dem Wunsch nach Wiederholung und selbst täuschender Erinnerung an eine Familie, die es so nie gegeben hat. Und doch gleichen die Super 8-Filme in ihrer narrativen Form viel mehr unseren Erinnerungen als jedes Videoformat. Die Motive wurden mit Bedacht ausgewählt, wurden inszeniert, Einzelheiten ausgespart, nur das Wesentliche in den Bildausschnitt genommen." Fridolin Schley

Fridolin Schley

Geboren 1976. Studium an der HFF München, Bereich Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. Ab 1999 Studium der Germanistik, Philosophie und Politik in München und Berlin. Veröffentlicht wurden von ihm die Bücher "Verloren, mein Vater" und "Schwimmbadsommer". Unter anderem wurde er mit dem Literaturförderpreis der Bayerischen Staatsregierung und dem Tassilopreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.

 

Filme

 

1998 Heimwärts

1999 Raja

2003 Die Achte Welt

Autor*in: Fridolin Schley. Kamera: Fridolin Schley. Ton: n/a. Schnitt: Fridolin Schley. Musik: n/a. Produktion: Hochschule für Fernsehen und Film München. Produzent*in: n/a.

Neue Filme aus Bayern (2002-2007) 2003
Maxim Mi 7.5. 23.00