CENTRAL PARK
USA 1990 – Regie: Frederick Wiseman – Originalfassung: Englisch – Untertitel: Ohne – Länge: 176 min.
Der Central Park, die grüne Lunge New Yorks, eingebettet zwischen Wolkenkratzern, ist das zweite Wohnzimmer vieler Bewohner*innen der Stadt. Hier wird gelesen, gespielt, Sport gemacht, getanzt, getrauert und geheiratet. Gleichzeitig gilt es, diesen öffentlichen Raum zu pflegen und die Sicherheit aller zu gewährleisten. Baumarbeiten werden erledigt, die Müllabfuhr kümmert sich um die Reste eines kürzlich gefeierten Festivals und die Parkverwaltung hat es mit rücksichtslosen Fahrradfahrer*innen zu tun. Wisemans Film zeigt den Central Park als Mikrokosmos, als Ort gesellschaftlicher Ungleichheit, als Arena für Opern-Open-Air-Konzerte und als öffentlichen Raum, der verwaltet werden muss. Ganz ohne Kommentar, schafft der Regisseur eine differenzierte Auseinandersetzung mit einem seiner Parade-Themen: der wechselseitigen Beziehung zwischen Menschen und ihrer Umgebung. Diana Bittl
Biografie
Frederick Wiseman wurde in Boston, Massachusetts geboren. Ursprünglich arbeitete er als Jurist in Paris und widmete sich ab 1967 dem unabhängigen Dokumentarfilm. Sein Lebenswerk mit über 45 Filmen wurde mit dem Living Legend Award (Amsterdam) und dem Lifetime Achievement Award (Chicago) ausgezeichnet.
Im Zentrum seiner Werke stehen zumeist Institutionen und die Interaktionen zwischen Individuen und ihrer jeweiligen Umgebung. Darin verhandelt Wiseman die Entstehung und Ausübung von Autorität sowie diverse Fragen des Widerstands. Sein Debütfilm, TITICUT FOLLIES aus dem Jahr 1967 dokumentierte die schockierenden Bedingungen der Bridgewater-Anstalt, wo Straftäter mit psychischen Erkrankungen leben müssten. Danach drehte Wiseman fast jährlich einen neuen Film. Der Regisseur verzichtete bewusst auf Filmkommentar und einordnende Interviews.
Englischer/Originaltitel: CENTRAL PARK. Produktion: Zipporah Films. Produzent*in: Zipporah Films.

