24 PRELÜÜDI ÜHELE FUUGALE

Estland 2002 – Regie: Dorian Supin – Originalfassung: estisch – Untertitel: Englisch – Länge: 87 min.

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GASTEIG Fr 9.5. 22.00

Fragmente aus einem Leben für die Musik. Der 1935 im estnischen Paide geborene Komponist Arvo Pärt gilt als bedeutender Vertreter der Neuen Klassik. Einem breiteren Publikum ist er in den vergangenen Jahren durch Filmmusiken - etwa zu Tom Tykwers "Winterschläfer" - bekannt geworden.

Arvo Pärt studierte Komposition am Konservatorium Tallinn. Von 1958 bis 1967 war er Tonmeister beim estnischen Rundfunk, danach lebte er als freischaffender Komponist in Tallinn. Pärts Werke stießen in der Sowjetunion auf starke Kritik, die in einem Verbot seiner religiösen Kompositionen gipfelte. Nach seinem Ausschluss aus dem sowjetischen Komponistenverband verließ er im Januar 1980 seine Heimat. Seit 1981 lebt er in Berlin.

Die einzelnen Kapitel des Films zeichnen ein facettenreiches Bild des Künstlers, der sich unter anderem intensiv mit der Gregorianik beschäftigte und zur russisch-orthodoxen Kirche konvertierte. Die Kamera begleitet ihn bei seinem ersten Besuch in der Heimat nach 13 Jahren Exil, beobachtet ihn beim Komponieren, zeigt ihn bei Proben mit Musikern und Konzerten in Deutschland, Italien und Estland. Pärt erinnert sich an einzelne Episoden aus seinem Leben und äußert sich zu seiner Arbeit. So erklärt er, wie er eine Kompositionstechnik auf Grundlage des Dreiklangs entwickelte, die er "Tintinnabuli-Stil" nennt. Seine jüngeren, in diesem Stil komponierten Werke, zeichnen sich durch Kargheit, Religiösität und Dissonanzenarmut aus. Die Zwölftontechnik seiner kompositorischen Anfänge hat er damit vollständig hinter sich gelassen.

Ausschnitte aus verschiedenen Orchester-, Gesangs- und Orgelstücken Pärts, darunter "Orient & Occident", "Como anhela la cierva" und "To Alina" ergänzen das Porträt eines faszinierenden Musikers.

Dorian Supin

Geboren 1948 in Leningrad/St. Petersburg. Seit 1950 lebt er in Estland. Bis 1978 Studium am Leningrad Institute. Danach Tätigkeit für das estnische Fernsehen. Seit 1997 arbeitet er als freier Filmemacher. Als Kameramann, Regisseur und Drehbuchautor realisierte er zahlreiche Dokumentarfilme.

Filme (Auswahl):

1989 And Then Come the Evening and the Morning

1991 Aria

1992 Dreams of Homeland

1993 A Way to Death

1994 And Let You Seed as the Sand of the Sea

1995 Declaration of Love

1998 Private Life

1999 Time to Love

1999 Birthday

2002 Arvo Pärt 24 prelüüdi ühele fuugale (Arvo Pärt. 24 Präludien zu einer Fuge)

Englischer/Originaltitel: Arvo Pärt. 24 Preludes for a Fugue. Autor*in: Dorian Supin. Kamera: Dorian Supin. Ton: Mart Oba. Schnitt: Kadri Kanter. Musik: Arvo Pärt. Produktion: F-Seitse. Produzent*in: Reet Sokmann. Vertrieb: Fabula Grata

Internationales Programm (2003-2009) 2003
GASTEIG Fr 9.5. 22.00