Personal Memoriams

In der Reihe Personal Memoriams ist jeder Abend einer verstorbenen Persönlichkeit des Dokumentarfilms gewidmet – kuratiert und moderiert von einer Person, die ihr fachlich oder persönlich eng verbunden ist. An diesem Abend steht der Filmemacher Rosa von Praunheim im Fokus und es wird sein Film MEINE MÜTTER gezeigt. Julia von Heinz, eine enge Weggefährtin von Praunheims, führt durch den Abend. Es wird ihr Kurzflim MEINE VÄTER gezeigt, der sich dieser menschlich und künstlerisch prägenden Beziehung, annähert.

Lesen Sie auch den Nachruf von Julia von Heinz an Rosa von Praunheim 

  • So., 17.05.26
    18.00
    HFF - Audimax

MEINE VÄTER

Deutschland 2021 – Regie: Julia von Heinz – Originalfassung: Deutsch, Englisch – Untertitel: Englisch, Ohne – Länge: 22 min.

Überraschend verstirbt Julia von Heinz' 80-jähriger Vater. Erst aus seinem Nachlass erfährt die Filmemacherin, dass der ehemalige Reserveoffizier homosexuell war und ein Doppelleben führte. Die Regisseurin sucht das Gespräch mit Rosa von Praunheim, Ikone der Schwulenbewegung. Es entsteht das Porträt eines eigenwilligen und einsamen Mannes. (Hofer Filmtage 2025)

Neben ihrer Regiearbeit ist die promovierte Filmemacherin Julia von Heinz (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) auch als Drehbuchautorin, Produzentin und als Professorin an der HFF München tätig.

Produktion: Maze Pictures. Produzent*in: Philipp Kreuzer.

MEINE MÜTTER - SPURENSUCHE IN RIGA

Deutschland 2007 – Regie: Rosa von Praunheim – Originalfassung: Deutsch – Untertitel: Ohne – Länge: 87 min.

Ich bin am 25. November 1942 in Riga, Lettland geboren und als Holger Mischwitzky in der Bundesrepublik Deutschland aufgewachsen. Im Jahre 2000 offenbarte mir meine damals 94-jährigen Mutter, dass ich nicht ihr Sohn bin. Sie hatte mich in Riga während der deutschen Besatzung in einem Kinderheim gefunden. Mehr sagte sie nicht. Die Spurensuche nach meinen beiden Müttern in Riga ist meine persönliche Geschichte. Im Jahr 2003 verstarb meine Mutter. Zuerst wollte ich nicht nach meiner leiblichen Mutter forschen, da ich eine liebevolle Mutter hatte. Erst später erwachte meine Neugier. Doch ohne meinen richtigen Familiennamen schien die Suche zwecklos. Durch einen lettischen Journalisten fand ich Agnese, die im Staatlichen Archiv Lettlands Erstaunliches herausfand. Ebenso erstaunlich war es, dass ich in Berlin tatsächlich meine richtige Geburtsurkunde fand. Darin stand, dass ich 1942 im Zentralgefängnis in Riga zur Welt gekommen war. Die Suche nach meiner richtigen Mutter beginnt. Werde ich sie oder ihre Familie finden? Kann ich etwas über meinen Vater herausfinden?


Ich entschließe mich nach 63 Jahren nach Riga zu fliegen und mich selbst auf die Spuren meiner beiden Mütter zu machen. Diese Suche ist zugleich ein spannendes Stück deutscher und lettischer Zeitgeschichte. MEINE MÜTTER – SPURENSUCHE IN RIGA kommt rechtzeitig zu meinem 65. Geburtstag und ist mein 70. Film.

Rosa von Praunheim, bürgerlich Holger Mischwitzky, widmete sich in teils experimentellen Dokumentar- und Spielfilmen queeren Lebensrealitäten. Berühmt wurde er mit dem Dokumentarfilm NICHT DER HOMOSEXUELLE IST PERVERS, SONDERN DIE SITUATION, IN DER ER LEBT von 1971. Mit dokumentarischen Werke wie die AIDS-Trilogie (1989–1990) gehörte er zu den ersten, die sich filmisch mit der Krankheit auseinandersetzen. Aus seiner eigenen Vergangenheit – in einem Gefängnis geboren und anschließend adoptiert – entwickelte Rosa von Praunheim 2007 MEINE MÜTTER – SPURENSUCHE IN RIGA. Mit seinen Eltern wuchs er in der DDR, später in Frankfurt am Main auf, bis er sich schließlich in Berlin niederließ. Neben vielfacher Auszeichnung (Teddy Award, Max Ophüls-Ehrenpreis etc.), erhielt Von Praunheim das Bundesverdienstkreuz zu Ehren seiner Arbeit für die LGBTQ+-Sichtbarkeit.

Englischer/Originaltitel: MEINE MÜTTER - SPURENSUCHE IN RIGA. Deutscher Titel: MEINE MÜTTER - SPURENSUCHE IN RIGA. Kamera: Elfi Mikesch, Thomas Ladenburger, Markus Tiarks. Ton: Manja Ebert, Martin Brinins. Schnitt: Mike Shephard. Musik: Andreas Wolter. Produktion: Rosa von Praunheim Produktion. Produzent*in: Martin Kruppe. Vertrieb: missingFILMs GmbH Verleih: missingFILMs GmbH.

  • So., 17.05.26
    18.00
    HFF - Audimax