ifs Köln zu Gast beim DOK.FEST
Die ifs - Internationale Filmschule Köln - mit drei Filmen aus dem 2. Studienjahr
ALS HEDWIG IN DEN RHEIN FIEL
Deutschland 2006 – Regie: Matthias vom Schemm – Originalfassung: Deutsch – Länge: 23 min.
Duisburg, Ende der 20er Jahre. Die Geschwister Hedwig, Hilde und Walter spielen vor dem Haus, beim Verladekai. Doch plötzlich fällt Hedwig zwischen Schiff und Hafenmauer in den Rhein. Ein Matrose rettet sie, und die Familie hat eine Heldengeschichte. Über 70 Jahre später erinnern sich die Geschwister immer noch lebhaft, aber auch sehr unterschiedlich an ihre Kindheit im Duisburger Hafen, an Eltern und Großeltern, Erziehungsprobleme und Prügelstrafe. Hilde: "Geschlagen haben die uns nie, die Eltern." Walter: "Da hat die Mutter uff mich rumjekloppt wie uff'n alt Eisen". Unabhängig voneinander schildern sie locker und ungezwungen ihre Sicht auf diese Zeit. Rheinische Natur mal Sozialgeschichte geteilt durch Kölner Filmschule macht 25 vergnügliche Minuten.
Regie MATTHIAS VON SCHEMM geb. 1978 in Haan. Ab 2000 Studium der Germanistik und Geschichte in Düsseldorf, freier Filmkritiker. Ab 2004 Studium an der IFS Köln.
Filme 1999 Trash-TV, 199 Unvergessen, 2004 Nadelstreif (Kurzf.), 2005 20:25 (Kurzf.), 2005 Nachlass (Kurzf.), 2006 Karls Weihnachten (Kurzf.), 2006 "My little boy" (Kurzf.), 2006 Als Hedwig in den Rhein fiel
Englischer/Originaltitel: When Hedwig Fell into the Rhine. Kamera: Matthias vom Schemm. Ton: Matthias vom Schemm. Schnitt: Iris Schneider. Produktion: ifs internationale filmschule köln gmbh. Produzent*in: Matthias vom Schemm.
DER BÄCKER WAR'S
Deutschland 2006 – Regie: Felix Hassenfratz – Originalfassung: Deutsch – Untertitel: Englisch – Länge: 20 min.
Brutaler Bankraub im württembergischen Städtchen Siegelsbach. Auf drei Zeugen wird geschossen – zwei überleben schwerverletzt und belasten den Bäcker des Ortes. Die meisten Ortsansässigen glauben an einen Irrtum. Doch dann weisen immer mehr Indizien auf den Bäckermeister Alfred B. hin. Der hatte Schulden. War ein Möchtegern-Jäger, mehr im Wald als in der Backstube. Hat harmlose Spaziergänger angegriffen. Geht unmaskiert in die Bank und erschießt den Kassier – und das alles wegen 30.000 EUR. Bekannte, Kunden, Nachbarn, alle haben etwas gehört und gesehen. Wie Gerüchte entstehen, Meinungen, Überzeugungen – über jeden Zweifel erhaben. Im Prozess wird B. freigesprochen.
"In Gemeinden wie Siegelsbach funktionieren die Menschen in einem System gegenseitiger sozialer Kontrolle. Dort geht man mit Krawatte und erhobenem Kopf in der Scheiße unter, weil man sich keine Blöße geben will." (Polizeipsychologe Gallwitz in der taz).
Besondere Erwähnung der Jury, Unlimited Filmfest Köln 2006
Regie FELIX HASSENFRATZ geb. 1981 in Heilbronn. in Haan. Ab 2002 Fernsehautor (magazine), Kurzfilme, Imagefilme. Ab 2004 Studium an der IFS Köln.
Filme 2002 Mission Mensch (Kurzf.), 2002 Pick a Blues, 2003 1,5 Sekunden (Kurzf.), 2004 Art Drinks in the City (Kurzf.), 2004 Infinity (Kurzf.), 2005 Episode 1-3 (Kurzf.), 2005 Clown (Kurzf.), 2005 Reflection, 2006 Herzton (Kurzf.), 2006 Der blecherne Lemming (Kurzf.), 2006 Der Bäcker war's
Englischer/Originaltitel: The Baker Did It. Kamera: Felix Hassenfratz, René Klaus. Ton: Felix Hassenfratz. Schnitt: Carina Mergens, Felix Hassenfratz. Produktion: ifs internationale filmschule köln gmbh. Produzent*in: Felix Hassenfratz.
ERIC BROOKS - VERSUCH EINES PORTRAITS
Deutschland 2006 – Regie: Markus Sehr – Originalfassung: Deutsch – Länge: 14 min.
"Guten Abend, mein Name ist Eric Brooks, ich bin eine facettenreiche Persönlichkeit."
Ob als Maler, Fotograf oder Musiker - im Kunstbiz macht ihm so schnell niemand etwas vor. Zweifel an der eigenen Kreativität kennt er ohnehin nicht. Und eigentlich ist die größte Kunst ja sowieso das Geschäft mit ihr. Zumindest wenn es nach Eric Brooks geht. Dass der selbsternannte Lebenskünstler aus Köln normalerweise Softwareprodukte testet, spielt dabei keine Rolle. Er ist schräg und doch kein Freak, steht auf "Fashion Fetisch" und träumt vom großen Durchbruch. Alles in allem: ein netter Typ. Und wenn der Geldbeutel mal wieder nichts hergibt, lässt er sich davon nicht unterkriegen. Schließlich heißt sein Motto: "Sieg oder Sibirien". Denn unter Wert verkaufen will er sich nicht. Dann doch lieber Baustelle und Sozialamt. Eric Brooks will spannend sein, gibt dem Filmteam Anweisungen, setzt sich in Szene, um seinem Auftritt das gewisse Etwas zu verleihen. Annäherung an einen Eigenwilligen.
Regie MARKUS SEHR, geb. 1977 in Köln. Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Anglistik, Politikwissenschaft und Philosophie. 1999 Ausbildung an der Texterschmiede Hamburg. 2003 Workshop an der New York Film Academy. Seit 2004 Regiestudium an der ifs internationale filmschule köln.
Filme (Auswahl) 2003 Crying, 2003 Sugar, 2004 Alles korreckt, 2005 Bazar, 2006 Play Boy, 2006 Gott will es!, 2006 Eric Brooks - Versuch eines Portraits, 2006 Natürliche Bedürfnisse
Kamera: Gunar Peters. Ton: Daniel Siegel. Schnitt: Markus Sehr. Produktion: ifs internationale filmschule köln gmbh. Produzent*in: Markus Sehr.

