AFRICAN ENCOUNTERS SPECIAL: Wim Wenders meets King Ampaw

Zwei HFF-Alumni im Gespräch über Freundschaft, Film und Filmausbildung im Wandel

Zum Auftakt des 60-jährigen Jubiläums der HFF München (gegr. 1966) lädt das International Office der Hochschule im Rahmen des Austauschprogramms ‚African Dialogues‘ zu einer besonderen Begegnung ein: Wim Wenders und King Ampaw, zwei Stimmen des ersten Hochschul-Jahrgangs 1967, deren Wege sich zwischen München und Ghana entfaltet haben. In Wenders’ ALABAMA (1969) steht Ampaw vor der Kamera – ein früher Moment einer Verbindung, die bis heute nachwirkt. Gemeinsam mit den heutigen Studierenden Kokutekeleza Musebeni (HFF München) und Joanna Adu-Amoani (UniMAC-IFT) treten sie in einen generationenübergreifenden Dialog über Film und Filmausbildung damals und heute. Es ist ein Austausch über Lernen, Erinnerung und die Kraft des Kinos, Brücken zu bauen zwischen Afrika und Europa. Jacqueline Nsiah (Curator)

 

Wim Wenders und King Ampaw werden jeweils einen ihrer Filme präsentieren und miteinander sowie mit Studierenden der HFF München in den Dialog treten.

Mit Unterstützung von

   

  • So., 10.05.26
    19.30
    HFF - Audimax

BLACK IS BLACK

Deutschland 1968 – Regie: King Ampaw – Originalfassung: Englisch – Untertitel: Ohne – Länge: 12 min.

In BLACK IS BLACK  (1968) verwandelt King Ampaw eine einfache Frage in eine kraftvolle filmische Untersuchung: Würden Sie an eine schwarze Person vermieten? Anhand alltäglicher Begegnungen in Deutschland entfaltet der Film ein Spektrum an Reaktionen – von offenem Rassismus über höfliche Ablehnung bis hin zu gut gemeinten, aber entlarvenden Klischees. Mit stiller Präzision zeigt Ampaw, dass Vorurteile nicht nur in expliziter Zurückweisung wirksam werden, sondern auch in der Sprache des Zögerns und der Verdrängung. Beobachtend und zugleich scharf analysierend entwirft der Film ein frühes und bis heute eindringliches Bild strukturellen Rassismus und macht die Barrieren sichtbar, die Zugehörigkeit und Zugang in der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft prägen.Jacqueline Nsiah

Biografie

King Ampaw wurde in Kukurantumi, in Ghana geboren. Er ist Schauspieler und Regisseur und studierte zuerst in Potsdam, dann an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und an der HFF München, wo er Wim Wender kennenlernte.

Filmografie

NO TIME TO DIE, DE, GH, 2009, 95 Min. (Spielfilm)
NANA AKOTO, GH, 1985, 94 Min. (Spielfilm)
KUKURANTAMI, GH, DE, 1983, 83 Min. (Spielfilm)

 

Die Digitalisierung des Films BLACK IS BLACK entstand im Rahmen der von Tobias Hering und Björn Schmitt kuratierten Filmreihe "Von hier - Filme als Archive der Migrationsgesellschaft" für das Kino des DFF.

Produktion: XX. Produzent*in: XX.

ALABAMA (2000 LIGHT YEARS)

Deutschland 1968 – Regie: Wim Wenders – Originalfassung: Deutsch – Untertitel: Ohne – Länge: 21 min.

In ALABAMA (2000 LIGHT YEARS) entwirft Wim Wenders eine schwebende Reise, die von der Präsenz eines einzigen Songs geprägt ist, der sich durch den Film hindurch(zieht?) entfaltet. In unterschiedlichen Versionen (wiederholt)kehrt er sich wieder, wobei sich Klang und emotionale Aufladung verändern und so subtil unsere Wahrnehmung der Bilder und der Zwischenräume verschieben. Zwischen Momenten von Stillstand und Bewegung entzieht sich der Film einer konventionellen Erzählstruktur und entwickelt sich stattdessen zu einer Reflexion über Klang, Zeit und Wahrnehmung. Wenders zeigt, dass Bedeutung niemals festgeschrieben ist, sondern sich durch Variation immer wieder neu formt – dass eine vertraute Melodie, anders gehört, völlig neue Assoziationen, Stimmungen und Möglichkeiten eröffnet. Jacqueline Nsiah

Biografie

Der in Düsseldorf geborene Regisseur Wim Wenders ist als wichtiger Protagonist des Neuen Deutschen Films der 1970er Jahre international bekannt geworden. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter des Weltkinos der Gegenwart. Das Werk des Drehbuchautors, Regisseurs, Produzenten, Photographen und Buchautors umfasst vielfach preisgekrönte Spiel-und Dokumentarfilme, weltweit präsentierte Fotoausstellungen, sowie zahlreiche Bildbände, Filmbücher und Textsammlungen. Er lebt und arbeitet zusammen mit seiner Frau Donata Wenders in Berlin.

Filmografie

THE SOUL OF A MAN, DE, US, 2002, 103 Min.
BUENA VISTA SOCIAL CLUB, DE, US, 1998/99, 105 Min.
DIE GEBRÜDER SKLADANOWSKY, DE, 1993-1996, 80 Min.

Kamera: Robby Müller. Produktion: XXX. Produzent*in: XXX.

  • So., 10.05.26
    19.30
    HFF - Audimax