- Sonntag
06.05.2007
19:00
Gasteig Vortragssaal
OmeU - Dienstag
08.05.2007
17:00
Atelier
OmeU
TALES FROM THE MARGINS
In Manipur, im Nordosten Indiens formiert sich der Widerstand gegen die seit 1980 geltenden Notstandsgesetze. – Indien 2006 - Regie: Kavita Joshi - Originalfassung: englisch, manipuri - Untertitel: englisch
Imphal, Nordost-Indien. Frauen protestieren vor dem Hauptquartier der "Assam Rifles". Sie rufen "rape us, kill us, face us" und reißen sich die Kleider vom Leib. Seit 1980 ist im Bundesstaat Manipur der "Armed Forces Special Powers Act" (AFSPA) in Kraft, ein Notstandsgesetz, mit dem der Ausnahmezustand dauerhaft verlängert wurde. Willkürliche Verhaftungen, Folter, Vergewaltigung und Mord durch die in der Region stationierten Sicherheitskräfte sind an der Tagesordnung. Der AFSPA gewährt Armee-Angehörigen Schutz vor Strafverfolgung. Zahlreiche schwere Übergriffe bleiben ungesühnt. Irom Sharmila ist eine Aktivistin und Ikone des Widerstands. Seit Jahren kämpft sie mit einem Hungerstreik gegen die Notstandsgesetze. Wenige Tage nach Beginn ihrer Protestaktion wurde sie wegen "versuchten Selbstmords" verhaftet und über eine Magensonde zwangsernährt. Menschenrechtler brachten Sharmila schließlich von Imphal in die indische Hauptstadt, um eine breite Öffentlichkeit auf ihren Protest aufmerksam zu machen. Nach nur einem Tag in Freiheit wurde sie in Delhi erneut verhaftet. Doch der friedliche zivile Widerstand der Frauen von Manipur gegen die anhaltende Gewalt in ihrer Heimat ist nicht mehr zu übersehen. 2005 wurde Sharmila im Rahmen der Initiative "FriedensFrauen weltweit" für den Friedensnobelpreis nominiert.
"Ich werde meinen Hungerstreik erst beenden, wenn die Regierung das Gesetz vollständig zurücknimmt. Das ist kein persönlicher, sondern ein Kampf im Namen meines Volkes. Er ist ein Symbol für Wahrheit, Liebe und Frieden." Irom Sharmila
Kamera: Sunayana Singh. Ton: Asheesh Pandya. Schnitt: Mahadeb Shi. Produktion: Impulse. Länge: 23 min. Vertrieb: Kavita Joshi


