Die Gewinner des DOK.fest 2015

Am Samstag, den 16. Mai 2015 wurden im Audimaxx der Hochschule für Fernsehen und Film die Preise des DOK.fest vergeben. Gratulation an die Gewinner!

VIKTOR Main Competition DOK.international 
Gestiftet von Bayerischer Rundfunk und Global Screen, dotiert mit 10.000 Euro. Nominiert sind 14 Filme, die ein breites inhaltliches und formales Spektrum aufweisen und sich durch ihre hohe künstlerische Qualität auszeichnen.
Geht an:

SOMETHING BETTER TO COME – Hanna Polak
Dänemark, Polen 2014, 105 Min 
Ein ganz normales Leben – was für viele selbstverständlich scheint, liegt für Yula in weiter Ferne. Sie lebt auf Europas größter Müllhalde, einige Kilometer vor Moskau. Ihr einziger Besitz ist die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Fern ab von Elendsbeschau und Sozialromantik erzählt der Film in poetischen Bildern ein Märchen aus unseren Tagen, von Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt. 
Deutschlandpremiere auf dem DOK.fest


Jurybegründung:
"Für einen packenden Dokumentarfilm mit einer bemerkenswerten Geschichte. Für 14 Jahre unermüdlichen Einsatzes der Filmemacherin für die Bewohner der Müllhalde von Moskau. Für den besonderen Zugang zu den Protagonisten. Für beeindruckende Bilder. Für einen Einblick in den politischen und sozialen Kontext der russischen Gesellschaft. Für die Verbindung vieler Ebenen zu einem Kunstwerk."

Lobende Erwähnung für:

THE QUEEN OF SILENCE – Agnieszka Zwiefka
Polen, Deutschland 2014, 80 Min 
Denisa ist fast taub und schlägt sich durch den harten Alltag in einer Roma-Community irgendwo in Polen. Sprechen hat die 10-jährige nie gelernt, doch sie liebt es, zu tanzen und sich ihre eigene bunte und fröhliche Welt der Musik zu erschaffen.

Jurybegründung:
"Ein erhellender Film über Träume und Realität, der geschickt Musik, Tanz und Alltagsszenen der Roma-Gemeinschaft verbindet. Ein Dokumentarfilm über eine unwiderstehliche Persönlichkeit. Trotz ihrer Behinderung zeigt sie uns eine große Leidenschaft für das Leben."

JURY DOK.international 
Ruth Diskin, Managing Director Ruth Diskin Films Ltd., Jerusalem 
Jarmila Outratová, Leiterin der Industry-Sektion des Jihlava International Documentary Film Festivals
Volker Heise, Geschäftsführer Zero One Filmproduktion Berlin
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VIKTOR DOK.deutsch 2015


Gestiftet von Planet, dotiert mit 5.000 Euro. Nominiert sind 10 Filme, die sich mit Menschen und Themen im deutschsprachigen Raum auseinandersetzen.
Geht an:

AUS DEM ABSEITS – Simon Brückner
Deutschland 2014, 112 Min
Filmemacher Simon Brückner geht auf Spurensuche nach seinem lang verstorbenen Vater Peter Brückner, der als linksintellektueller politischer Psychologe einer der zentralen Unterstützer der deutschen Studentenbewegung war. Es entsteht das Bild einer vielschichtigen Persönlichkeit, das auch einen Teil deutscher Geschichte neu erzählt.
Weltpremiere auf dem DOK.fest


Jurybegründung:
„Ein Film im Dazwischen von Geschichte und Lebensgeschichte. Ein Film der uns einen Menschen nahebringt, den wir kaum kannten, aber gern kennen würden. Peter Brückner war ein Intellektueller von untypischer Offenheit. Ein politischer Mensch, für den die Bezeichnung Dissident ein Ehrentitel war. Und ein Gezeichneter, der seine Wunden ins Produktive zu wenden verstand. 
'Aus dem Abseits' erinnert an diesen Vergessenen. Vor allem aber stellt uns Regisseur Simon Brückner seinen Vater vor, den er selbst nie richtig kennenlernte. 
'Aus dem Abseits' ist sensibel und virtuos in der Verwendung vielfältiger Mittel. Ein Film, der über das fragmentarische Wesen der Erinnerung, vielleicht des Dokumentarischen per se, erzählt - ihre Fragilität und Konstruiertheit. Auf diese Weise macht er Peter Brückner wieder lebendig. Wir wollen ihn lesen, mehr wissen, ihn kennenlernen - den Intellektuellen, wie den Vater.“

Lobende Erwähnung für:

FANG DEN HAIDER – Nathalie Borgers
Österreich, Deutschland 2015, 90 Min 
Wie kann es sein, dass Jörg Haider trotz Korruptionsskandal nach seinem Unfalltod als Held stilisiert wird? Nathalie Borgers geht auf Spurensuche in Kärnten – Ihre Entdeckungen reichen von komisch-skurril bis befremdlich-irritierend. 
Deutschlandpremiere auf dem DOK.fest


Jurybegründung:
„Vielleicht der meistdiskutierte Film in der Jury: In 'Fang den Haider' nimmt uns Regisseurin Nathalie Borgers mit auf eine investigative Reise durch Haiders Kärnten. Dieser Film über Männerseilschaften und Mythenbildung entlässt uns in einem bereichernden, wenngleich verstörenden Zustand der Fassungslosigkeit.“


JURY DOK.deutsch
Georg Bütler, Senior Programmer Zürich Film Festival 
Sebastian Höglinger, Leiter der Diagonale - Festival des österreichischen Films, Graz 
Rüdiger Suchsland, Journalist & Filmkritiker, Regisseur, Berlin
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VIKTOR DOK.horizonte 2015

Gestiftet von der Petra-Kelly-Stiftung, dotiert mit 3.000 Euro. Nominiert sind 11 Filme, die ihr Augenmerk auf Länder mit instabilen Strukturen richten.
Geht an:

CE QU'IL RESTE DE LA FOLIE (REMNANCE OF MADNESS) – Joris Lachaise
Frankreich, Senegal 2014, 100 Min
Ein psychiatrisches Krankenhaus am Rande von Dakar: Wie wird dort geheilt und von wem? Die Psychiater ziehen Heiler zu Rate. Eine intelligente, bildintensive Investigation zu Wahnsinn und Methode im Postkolonialismus.


Jurybegründung:
„Der Film beginnt im Flur in einer psychiatrischen Anstalt in Senegal, von blendend weißem Licht überstrahlt. Einem jungen Mann werden die Haare geschoren. Der Regisseur Joris Lachaise nimmt uns in seinen Raum auf, wir können uns den Verstörungen und Verunsicherungen nicht entziehen, eindeutige Zuordnungen gibt es nicht. In Schulmedizin ausgebildete Ärzte und traditionelle Heiler treten in einen Dialog. Krankheitssymptome werden hier unvoreingenommen als kulturspezifisch verstanden und entsprechend behandelt. Psychopharmaka treffen auf Ziegenblut, Isolationszellen auf christliche Fundamentalisten.
Der Film 'Ce qu’l reste de la folie' explodiert förmlich mit seiner Diskursfreudigkeit, geht ungewöhnliche formale Wege und besticht mit visueller Kraft. Eine intellektuelle Auseinandersetzung wird sinnlich erfahrbar gemacht. 'Was vom Wahnsinn übrigbleibt' ist ein überragend gestaltetes Kunstwerk das uns vom ersten Bild an überwältigt und überzeugt hat.“

Lobende Erwähnung für:

LA SELVA INFLADA (THE INFLATED JUNGLE) – Alejandro Naranjo
Kolumbien, Spanien 2015, 70 Min 
Eine Reihe von Selbstmorden unter Jugendlichen, die fern von zu Hause zur Schule gehen, erschüttert eine indigene Gemeinschaft im kolumbianischen Amazonas. THE INFLATED JUNGLE liefert keine simplen Erklärungen, sondern setzt durch poetisch-atmosphärische Verdichtung auf intuitive Einsichten.
Deutschlandpremiere auf dem DOK.fest


Jurybegründung:
"Den kolumbianischen Film 'La selva inflada' möchten wir mit einer besonderen Erwähnung bedenken. Dem Regisseur ist eine poetische Erzählung gelungen, die die Zerrissenheit von Jugendlichen zwischen Urwald und Internat veranschaulicht. Er hat Bilder gefunden, die mythische Momente evozieren."

JURY DOK.horizonte
Jenny Billeter, Leiterin der Sektion FOKUS, Solothurner Filmtage 
Cornelia Klauß, Kuratorin des Bundesverbands Kommunaler Filmarbeit Berlin 
Dr. Andreas Ströhl, Leiter der Abteilung Kultur und Information, Goethe-Institut München
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Kino Kino Publikumspreis 2015 des DOK.fest München

Die Redaktion Kino Kino, das Filmmagazin des Bayerischen Fernsehens, lobt zum ersten Mal einen Publikumspreis aus. Der undotierte Preis ist eine Auszeichnung des Publikums an die Filmemacher. Zudem gewinnen Preisträger und Film eine exklusive Berichterstattung und Platzierung in Kino Kino (Web). 
Das Publikum votet über seine Eintrittskarte, indem es eben diese nach dem Screening in eine an allen Spielorten aufgestellte Box wirft. Alle Filme könnten somit kategorienübergreifend gewinnen.
Geht an:

ELECTROBOY – Marcel Gisler
Schweiz 2014, 113 Min
Die Geschichte von Florian Burkhardt ist die eines unglaublichen Selfmademan: Snowboardprofi, weltberühmtes Topmodel, Internetpionier, Designer, Musiker und Autor. Was ihm in all den Jahren nicht gelingt ist zu sich selbst finden. Ein facettenreiches Portrait mit tiefem Einblick in familiäre Abgründe.
Schweizer Filmpreis: Bester Dokumentarfilm 2015
Deutschlandpremiere auf dem DOK.fest




FFF-Förderpreis Dokumentarfilm 2015

Gestiftet vom FilmFernsehFonds Bayern, dotiert mit 5.000 EUR, für Bayerische Nachwuchsregisseure. Reihenübergreifend.
Geht an:

MISSION CONTROL TEXAS – Ralf Bücheler
Deutschland 2014, 83 Min 
Seit 17 Jahren wird die unabhängige Fernsehshow „The Atheist Experience" aus Texas gesendet. Die Moderatoren diskutieren mit christlichen Anrufern Glaubensfragen, Politik, Abtreibung, und Kreationismus, ohne ihren Humor zu verlieren. Atheist im Bible Belt zu sein, ist nicht immer leicht.


Jurybegründung:
„USA, Texas, Austin – Hier sitzt 'The Atheist Experience' – ein Radio- und Internetsender. Ralf Bücheler zeigt uns die Moderatoren der Sendung, die als Minderheit hartnäckig und verbissen gegen den religiösen amerikanischen Fanatismus angehen. Mit scheinbarer Beiläufigkeit wird uns dort im Bible Belt die beängstigende Dominanz des ultrakonservativen Christentums vor Augen geführt. Waffenlobby trifft auf Tea Party Anhänger und schlichten Patriotismus. Dem Regisseur gelingt ein nachhaltiger und beeindruckender Blick auf ein sich radikalisierendes Amerika, das uns Angst macht!“

Lobende Erwähnung für:

ABDO – Jakob Gross
Deutschland 2015, 74 Min
Im postrevolutionären Kairo herrschen immer noch chaotische Zustände. Mittendrin der junge Abdo – selbst Revolutionär und Fußball-Ultra. Unter denkbar schwierigen Umständen versucht er, sich selbst und seinen Platz in einer Gesellschaft im Umbruch zu finden.


Jurybegründung:
„Der Regisseur nimmt uns mit in die Straßen des postrevolutionären Kairo. Wir lernen Abdo kennen, einen ägyptischen Jugendlichen, der zwischen blutigen Straßenkämpfen, fanatischer Fußballgewalt, Chillen und der Auswegslosigkeit der Jugend von heute in Nordafrika hin- und hergeworfen wird. Uns beeindruckt die Intensität so noch nie gesehener Bilder. Wir sind neugierig auf die nächste Arbeit von Jakob Gross!“

JURY FFF-Förderpreis Dokumentarfilm 
Markus Aicher, Leiter der Koordinationsstelle Kino/Film, Bayerischer Rundfunk
Nicole Leykauf, Geschäftsführerin, Leykauf Film GmbH München
Werner Fuchs, Geschäftsführer, Zorro Filmverleih GmbH München
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Deutscher Dokumentarfilmmusikpreis 2015

Gestiftet vom Förder- und Hilfsfonds des Deutschen Komponistenverbandes,
geht an:  
Paradox Paradise (John Gürtler, Jan Miserre und Lars Voges) für ihre Komposition zum Film:

ABOVE AND BELOW –  Nicolas Steiner
Schweiz, Deutschland 2015, 118 Min


Jurybegründung:
„Die Filmmusik von John Gürtler, Jan Miserre und Lars Voges überrascht durch ihre Vielschichtigkeit und ihre dramaturgische Stärke. Die musikalische Ebene entfaltet die in der Erzählung angelegte emotionale Kraft und schafft eigenständige dramaturgische Strukturen, die die Erzählung nicht nur unterstützen, sondern Narration erzeugen. Die Arbeit spielt auf eigenständige Weise mit amerikanischen Musiktraditionen und belebt diese neu. Sie ist vielseitig, innovativ und modern, unaufdringlich und beeindruckend produziert.“

Mehr Infos zum Deutschen Dokumentarfilmmusikpreis



DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit 2015

Gestiftet von B.O.A Videofilmkunst, dotiert mit 3.000 Euro. Reihenübergreifend. 
Geht an:

TOTO AND HIS SISTERS (TOTO SI SURORILE LUI) – Alexander Nanau
Rumänien 2014, 93 Min 
Drei Geschwister am Rande der rumänischen Gesellschaft. Toto, Ana und Andreea leben inmitten Heroinsüchtiger. Die Mutter im Knast. Doch sie kämpfen, sie tanzen, sie lernen. 
Ein Drama, bewegend und energetisch, vom Träumen und Kindsein im größten Elend, „...stark und stur...“.


Jurybegründung:
„Der Emmy-Preisträger Alexander Nanau hat mit seinem Film TOTO AND HIS SISTERS einen wunderbar beobachtenden Dokumentarfilm geschaffen, der mit seiner Erzählung den Zuschauern einen tiefen Einblick in eine erschütternde Lebenswelt wirft und ihn nicht mehr loslässt. Ein Film, der von großem Leid, von unendlichem Mut und von erstaunlicher Kraft eines Kindes erzählt.
Der 10jährige Toto lebt mit seiner Familie am Rande der im rumänischen Gesellschaft. Seine Mutter sitzt in Haft, die ältere Schwester Ana (17) spritzt Heroin und die zweite Schwester Andrea (15) flieht immer wieder aus der vermeintlichen Familie. Der kleine Toto kämpft tagtäglich darum, seine Würde in diesem unfassbar harten Umfeld zu behalten. Er befreit sich in kleinen Schritten, begleitet von einem erwachsenen Freund, aus diesem Milieu indem er Tanzen, Lesen und Schreiben lernt.
Schonungslos zeigt der Film, was es für Kinder heißt damit konfrontiert zu sein, dass die Drogensucht die gesamten Familienbande zerstört. Manchmal ist 'Familie' für Kinder auch der gefährlichste Ort der Welt. Die große Leistung des Films besteht in der Nähe zu seinen Protagonisten und der Intensität mit der die Zuschauer in diese Welt eintauchen. Ein berührender, schockierender Film, aber auch ein mutiger und hoffnungsvoller Film, der die kindliche Souveränität zum Thema macht.“

JURY Preis der SOS-KINDERDÖRFER weltweit
Prof. Dr. Peter Arens, ZDF Leiter der ZDF-Hauptredaktion Kultur, Geschichte und Wissenschaft
Christine Kehrer, Head of TV/Video SOS-Kinderdörfer weltweit
Prof. Heribert Prantl, Chefredaktion Süddeutsche Zeitung München 
Sonja Scheider, Dokumentarfilmredakteurin BR
Dr. Wilfried Vyslozil, Vorstand SOS-Kinderdörfer weltweit
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Preis der Untertitel-Werkstatt Münster 2015

Für barrierefreie TV-Untertitelung, dotiert mit einer Beistellung im Wert von 5.500 Euro, 
geht an:

NICHT ALLES SCHLUCKEN – Jana Kalms, Piet Stolz und Sebastian Winkels
Deutschland 2015, 86 Min 
„Die ganzen Psychopharmaka haben keinen heilenden Ansatz, sie unterdrücken Symptome.“ NICHT ALLES SCHLUCKEN beleuchtet das ewige Stigma der psychisch Kranken, die Macht von Medikamenten und hinterfragt unsere Vorstellungen von Normalität und psychischer Gesundheit.
Weltpremiere auf dem DOK.fest


Jurybegründung:
„90 Minuten totale Therapie. Ein Raum, 26 Menschen. Gedanken verflechten sich, Sätze werden zu Ungetümen, lassen ungeheuerliche Bilder vor unserem inneren Auge entstehen.
Dies ist der formal konsequenteste Film, den wir gesehen haben. 'Nicht Alles Schlucken' verhandelt ein aufgeladenes Thema in nüchterner Unaufgeregtheit. Ohne die Protagonisten auszustellen fokussiert die Kamera Gesichter, Gesten und Mimik. Sichtweisen verschränken sich im sanft moderierenden Rhythmus der Montage.
Die drei Regisseure Jana Kalms, Piet Stolz und Sebastian Winkels stellen uns das System der Psychiatrie - der medikamentösen Ruhigstellung von Patienten - vor: Genau, ernst, empört, niemals polternd. Ein engagierter Film wider die Betroffenheit. Ein Film, der beweist, dass jede politische Aussage auch ihre ästhetische Form bedingt.“

JURY DOK.deutsch
Georg Bütler, Senior Programmer, Zürich Film Festival
Sebastian Höglinger, Leiter der Diagonale – Festival des österreichischen Films, Graz
Rüdiger Suchsland, Journalist, Filmkritiker und Regisseur, Berlin
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Megaherz Filmschulpreis 2015

1. Platz im Filmschulfestival, dotiert mit 3.000 Euro,
geht an:

IF MAMA AIN’T HAPPY, NOBODY IS HAPPY - Mae de Jong
Niederlandse Filmacademie


Jurybegründung:
„Der Gewinnerfilm ist ein kleiner Film – auf den ersten Blick – eine Tochter spricht mit ihrer Mutter. Die junge Frau fragt sich, ob ihr Leben durch die Frauen in ihrer Familie vorbestimmt ist. Alle sind ohne Mann ausgekommen. Die Filmemacherin schafft es, mit dieser persönlichen Begegnung familiäre Strukturen sichtbar zu machen. Die Selbstbetrachtung bekommt eine politische Dimension. Charmant, spielerisch, kreativ – eine historische Spurensuche. Der Film motiviert die Geschichten vor der eigenen Haustür zu suchen und macht Lust aufs Filmemachen.“

Mehr zum Megaherz Filmschulpreis 2015



DOK.forum
ARRI pitch award 2015

1. Platz für das beste Nachwuchskonzept, dotiert mit Beistellungen im Wert von 5.000 Euro, 
geht an:
ALIYAH -  Rafael Bondy (ZhdK)
Flucht aus Frankreich

Jurybegründung:
"In einem überzeugenden, souverän vorgetragenen Pitch erzählt Raphael Bondy mit ALIYAH von der Suche nach dem Glück in einer komplexen politischen Situation.
Die Familie Epstein, bürgerlicher Herkunft, zwei Kinder, muss sich entscheiden: in der lang vertrauten Umgebung Kompromisse eingehen oder Frankreich verlassen für ein neues Leben im Heiligen Land. Hier erscheint ein Leben aufgrund offener Aggressionen von Muslimen und Rechtsradikalen nicht mehr lebenswert. Dort ermöglicht ihnen eine nicht minder aggressive Rückhol-Politik die all-inclusive Übersiedlung in eine Heimat, die sie nur von Besuchen kennen und deren Sprache sie nicht sprechen. Gefangen in der Angst vor Diskriminierung und der Furcht vor dem Unbekannten steht ALIYAH für Politik und Paranoia und offenbart dabei unangenehme Einsichten in die europäische Gegenwart.
Wir wünschen Raphael Bondy und seinem Team gutes Gelingen!"

Mehr zum ARRI pitch award 2015



DOK.education
Dokumentarfilmpreis für junge Menschen

Gestiftet von der SPD Fraktion im Bayerischen Landtag, dotiert mit einem Gesamtwert von 1.000 Euro.

1. Preis 
EINE ANDERE ZEIT
Verena Wagner

2. Preis
VON EINEM, DER AUSZOG
Filmgruppe algo

3. Preis
SOPHIA 2013
von Lilian Robl

Mehr Infos zum Dokumentarfilmpreis für junge Menschen

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