DOK.blog: Wo ist eigentlich Stefania Bona?

Sieben Preise für ein Fest. Das klingt teuer. Und das war es auch. Gestern Abend wurden die besten Filme des diesjährigen DOK.fest München ausgezeichnet. Bis zu 10 000 Euro gab es für die Prämierten. Nur eine kam zu spät. Ein Bericht von Anna Ott.

 

Das Team steht hinter ihm: Daniel Sponsel vor einer Leinwand mit allen Namen der Mitarbeiter des DOK.fest 2012.

 

Das Audimax war bis auf den letzten Platz gefüllt und honorierte die Gewinner mit tosendem Applaus.

Das Audimax der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München war bis auf den hintersten Platz gefüllt. Nur eine fehlte. Doch ausgerechnet sie wurde eigentlich gebraucht. Die Frage, die sich alle im Audimax stellten, lautete also: Wo ist eigentlich Stefania Bona? Der erste Preis des Abends nämlich, der mimikri-Untertitelungspreis, gestiftet von mimikri media, der im Rahmen des Pitch-Forums verliehen wurde, ging an People of Baths von eben jener Stefania Bona. Der Film sei in seiner visuellen Handschrift am Horizont zu erkennen, begründete die Jury ihr Urteil. Stefania Bona konnte das nicht hören, da sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht im Audimax war.

Stefania Bona bekam den mimikri-Untertitelungspreis. Bei der Verleihung war sie allerdings noch gar nicht anwesend.

In sieben Kategorien hat die Jury aus den zahlreichen Dokumentarfilme, die für sie besten mit einem Preis ausgezeichnet. Durch den Abend führte Moderator Moritz Holfelder, der mit viel Charme und Witz die fast zwei Stunden dauernde Veranstaltung wie im Flug vergehen ließ.

Der zweite Preis des Abends, der ARRI-Pitch Award, für das beste Nachwuchskonzept, der einen Scheck in Höhe von 5000 Euro beinhaltet, ging an Maurizius Staerkle-Drux mit seinem Projekt „In Ketten tanzen“. Und hier war der Geehrten dann auch vor Ort, kam auf die Bühne und nahm seinen Preis persönlich entgegen.

Von den bloßen Filmkonzepten ging es weiter zu den bereits fertigen Filmen. Hier machte der Megaherz-Filmschool-Award, die Auszeichnung für den besten Studentenfilm den Anfang. Über die 2500 Euro freute sich Uisenma Borchu mit ihren Film „Himmel voller Geigen“. Ein sensibler Film über Leben und Sterblichkeit.

Der vierte Preis, der FFF-Förderpreis dotiert mit 5000 Euro für bayerische Nachwuchsregisseure, ging an den Film „Schnee“ von August Pflugfelder. Ein Film der neben tollen Bildern einen erschreckenden bis belustigenden Blick hinter die Kulissen des Tourismusgewerbes wirft.

Den BLM-Filmpreis, ebenfalls mit 5000 Euro ausgeschrieben, der deutsche Dokumentarfilme auszeichnet, bekam Bernhard Sallmann für „Das schlechte Feld“.

Bernhard Sallmanns Film „Das schlechte Feld“ gewann den BLM-Filmpreis in der Kategorie DOK.deutsch, der mit 5000 Euro dotiert war.

Uisenma Borchu freute sich über die Auszeichnung für „Himmel voller Geigen“. Ihr Film wurde mit dem Megaherz-Filmschool-Award als bester Studentenfilm ausgezeichnet.

Der DOK.horizonte-Preis für Filme aus Entwicklungs- und Schwellenländern, gestiftet vom deutsch-französischen Sender ARTE, wurde an den Film „Bachelor Mountain“ von Yu Guangyi verliehen. Ein Film der in die karge und entbehrungsreiche Welt einer abgelegenen Region Chinas entführt. Der Zuschauer werde Zeuge einer berührenden Liebesgeschichte, die ganz nebenbei auch die dramatischen Veränderungen des Landes widerspiegelt, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Über den Hauptpreis des Abends, dotiert mit 10.000 Euro für die beste international renommierte Produktion durfte sich David Fisher mit seinem Film „Six million and one“ freuen. „Ein bemerkenswerter Film über eine der größten Tragödien in der Geschichte “, sagte der Vertreter der Jury und übergab den Preis der Schwester des Regisseurs, die auch selber in dem Film mitgespielt hat.

Die Preise waren verteilt. Die Gäste freuten sich nun auf den „entspannten Teil des Abends“, da tauchte plötzlich Stefania Bona auf. Lachend nahm sie noch rasch ihre Auszeichnung entgegen.

Das letzte Wort des Abends gehörte Festivalleiter Daniel Sponsel. Für ihn war auch dieses Jahr ein voller Erfolg, wobei „hart aber herzlich“ das ganze wohl am besten beschreiben würde. Zu den Highlights gehörten für den Macher vor allem das tolle Team, das über seine Grenzen hinaus gearbeitet und gekämpft habe, dann das Treffen mit dem „Klempner für tausend Seelen“ und schlussendlich, die Flughafenfahrt mit Wim Wenders.

„Wenn uns morgen nicht der Himmel auf den Kopf fällt, dann werden wir abends insgesamt über 16.000 Zuschauer haben, 4000 mehr als im letzten Jahr“, sagte Daniel Sponsel abschließend zu einem gelungenen Abend und einem erfolgreichen Dok.fest 2012.

 

Zum Ausklang ein Glas Sekt. Das DOK.fest München schaffte einen neuen Zuschauerrekord.