DOK.fest Filme im Kino

Hier finden Sie alle Kinostarts im Überblick

 

6. Juni

Ganz großes Kino! 2019: PUSH

Schweden 2019, Fredrik Gertten, 90 Min.


Wohnraum ist das neue Gold

Ob Barcelona, Ottawa, Berlin oder London – bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper: Ein regelrechter Ausverkauf ganzer Siedlungen hat längst begonnen. Während sich Immobilienkonzerne mit dem Bau von Wolkenkratzern und Luxusapartments goldene Nasen verdienen, stehen groteskerweise einzelne Gebäude komplett leer. Familien, Senioren und Obdachlose sind die ersten Verlierer dieses erbarmungslosen Monopoly in Echtzeit.

Der Widerstand wächst

Fredrik Gerttens packender Dokumentarfilm folgt der UN-Sonderberichterstatterin Leilani Farha bei ihrem Kampf gegen gierige Investoren und eiskalte Vermieter.

In München läuft der Film am 6. Juni um 20. 30 Uhr im Monopol Kino

 

20. Juni

VIKTOR DOK.horizonte 2019: ESTÁ TODO BIEN

Deutschland, Venezuela 2018, Tuki Jencquel, 70 Min.

Venezuela steht durch seine Staatskrise seit Monaten im Fokus der Öffentlichkeit. Bilder der Demonstrationszüge und Straßenschlachten begegnen uns beinahe täglich in den Nachrichten. Die Staatskrise ist dabei schon längst zur humanitären Katastrophe geworden. Es fehlt an Ärzten, Pflegern, vor allem an grundlegenden Medikamenten und Hygieneartikeln. In einem Land, das im Chaos versinkt, nimmt ESTÁ TODO BIEN das Leben von Menschen in den Fokus, deren einziges Ziel das Überleben ist: ein Arzt, der das Land verlassen will, eine Krebspatientin, deren lebenserhaltende Medikamente nicht mehr erhältlich sind, ein selbstloser Medikamentenschmuggler, eine Apothekerin mit leeren Schränken. Im Mikrokosmos dieser Menschen sind es kleine Gesten des Mitgefühls und der Menschlichkeit, die sie weiter hoffen lassen. Pablo Bücheler

Englischer/Originaltitel: IT'S ALL GOOD. Kamera: Tuki Jencquel. Ton: Frank Gonzalez, Marco Salaverría, Thomas Becka. Schnitt: Omar Guzman. Musik: Thomas Becka. Produktion: Orinokia Filmproduktion UG. Produzent: Tuki Jencquel. Länge: 70 min. Vertrieb: MAGNETFILM GmbH. Verleih: déjà-vu film UG.

 

5. September

Ganz großes Kino! 2019: THE WHALE AND THE RAVEN

Kanada, Deutschland 2019, Mirjam Leuze, 101 Min.

Von Menschen und Walen

Die verbliebenen indigenen Bewohner der Westküste Kanadas haben eine intensive Beziehung zur Natur, insbesondere zu Walen. Bedroht wird das einzigartige Rückzugsgebiet für Meeressäuger durch die Planung einer Tankerlinie zum Transport von Flüssiggas nach China. Die Walforscher Janie Wray und Hermann Meuter teilen die Spiritualität der First Nations und engagieren sich für die Tiere.

Große Bilder und engagierte Naturschützer

Mirjam Leuze gelingt ein außergewöhnlich berührender Film, der vom gemeinsamen Kampf um den Erhalt des Ökosystems erzählt und die einzigartige Beziehung zwischen Mensch und Natur in intensiven Bildern bezeugt. Eine Botschaft der Wale an die Menschen. Daniel Sponsel

Autor: Mirjam Leuze. Kamera: Athan Merrick, Mirjam Leuze, Simon Schneider. Drohne: Mike Dinsmore. Unterwasser-Kamera: Tavish Campbell. Ton: Brent Calkin, Millar Montgomery,Tyler Lucas. Sound Design/Mischung: Andreas Hildebrandt. Schnitt: Sandra Brandl. Musik: Jesse Zubot. Produktion: busse & halberschmidt. Produzent: Marcelo Busse. Länge: 101 min. Vertrieb: National Film Board of Canada Distribution Verleih: Mindjazz Pictures

 

3. Oktober

HONEYLAND

Nordmakedonien 2019, Ljubomir Stefanov, Tamara Kotevska, 85 Min.

Eine Frau in gelber Bluse besteigt behände einen schroffen Berghang. Sie ist auf dem Weg zu einer ihrer Bienenkolonien, die in einem Felsspalt siedelt. Ganz ohne Gesichtsschutz und mit bloßen Händen entnimmt sie die Waben – allein ihr leiser Gesang scheint die Bienen zu beruhigen. Die 55-jährige Hatidze lebt mit ihrer kranken Mutter in einem verlassenen Dorf in Mazedonien, ohne Strom und fließendes Wasser. Das empfindliche Gleichgewicht ihrer Welt wird gestört, als eines Tages eine Familie mit sieben Kindern und 150 Kühen in ihre Nachbarschaft zieht und das Prinzip „Nimm die Hälfte des Honigs und lasse die andere den Bienen“ missachtet. Über einen Zeitraum von drei Jahren gefilmt, zeichnet HONEYLAND das sensible Porträt einer der letzten Imkerinnen Europas und zeigt eine verschwindende Welt – in atemberaubend schönen Bildern. Monika Haas

Kamera: Fejmi Daut, Samir Ljuma. Ton: Rana Eid. Schnitt: Atanas Georgiev. Musik: Foltin. Produktion: Trice Films. Produzent: Atanas Georgiev. Länge: 85 min. Vertrieb: Deckert Distribution.

 

17. Oktober

Ganz großes Kino! 2019: AQUARELA

Dänemark, Deutschland, Großbritannien 2018, Victor Kossakovsky, 90 Min.

„Aquarela“ ist das portugiesische Wort für Wasserfarben. Und Wasser in den verschiedensten Aggregatzuständen, Formen und Farben ist auch der Protagonist dieses Films. Nicht wie ein klassischer Dokumentarfilm inszeniert, ist AQUARELA vielmehr eine sinnliche Reise um den Globus: vom gefrorenen Baikalsee über die Eislandschaften Grönlands, die Wellenberge des Atlantiks bis zu den Angel Falls in Venezuela – sehen und hören wir das Element Wasser. Gedreht in 96 Bildern pro Sekunde und mit einem bombastischen Post-Rock-Score von Eicca Toppinen, macht Victor Kossakovsky gleichermaßen abstrakt und konkret die Schönheit und lebensspendende, aber auch zerstörerische Kraft der Naturgewalt Wasser spürbar. Der Eindringlichkeit dieser Bilder kann man sich nicht entziehen. AQUARELA ist ein förmlich überwältigendes Erlebnis. Monika Haas

Produktion: ma.ja.de Filmproduktions-GmbH. Länge: 90 Min.

 

ISLAND OF THE HUNGRY GHOSTS

Australien, Deutschland, Großbritannien 2018, Gabrielle Brady, 94 Min.

Auf einer paradiesischen Insel mitten im indischen Ozean hat die australische Regierung ein Flüchtlingslager errichtet – zur Abschreckung. Hier verlieren die Asylsuchenden ihre letzten Hoffnungen. Die Traumatherapeutin Poh Lin Lee versucht, ihre verletzten Seelen zu heilen, sie zumindest vor weiterem Schaden zu bewahren. Ein hybrider Film dem es gelingt, das unsichtbare Zusammenspiel von Traum und Trauma zu erfassen. Licht und Schatten, Farben und Geräusche, stilles Lauschen und eindringliche Beobachtungen erzählen auf unmittelbare Weise und vermitteln die traurige Erkenntnis: Menschen sind dazu fähig, Orte der Verzweiflung zu institutionalisieren, sodass selbst die Helfer.innen an ihrer Hilflosigkeit zu zerbrechen drohen. Morgane Remter

 

31. Oktober

VERTEIDIGER DES GLAUBENS

Deutschland 2019 – Regie: Christoph Röhl, 90 Min.

Kardinal Joseph Aloisius Ratzinger war als Benedikt XVI. erst der zweite Papst in der langen Kirchengeschichte, der von seinem Amt als Vertreter Gottes auf Erden zurücktrat. Dieser Film gewährt uns durch Archivmaterial und Gespräche mit Zeitzeugen Einblicke in die Geschichte vom Aufstieg und Fall des deutschen Papstes. Christoph Röhl begegnet Benedikt XVI. mit einer Mischung aus Neugierde und Skepsis. Die zentrale Frage beantwortet der Film konkret: Eine Institution, die mit ihrer Ideologie die absolute Wahrheit beansprucht, muss an einer demokratischen Gesellschaft scheitern, die Diversität und Pluralismus als ihre Fundamente begreift. Dieser Film erzählt die Geschichte eines einsamen Mannes, der einst als Reformer begann, um sich später zum konservativen Weltflüchtling zu wandeln. Daniel Sponsel

Autor: Christoph Röhl. Kamera: Juan Sarmiento G., Julia Weingarten. Ton: Sebastian Kleinloh. Schnitt: Martin Reimers. Musik: Ali N. Askin. Produktion: Flare Film GmbH. Produzent: Martin Heisler. Länge: 90 min. Vertrieb: New Docs. Verleih: RFF – Real Fiction Filmverleih e.K.