Gewinner DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit 2019

BRUCE LEE & THE OUTLAW

Der Niederländer Joost Vandebrug erhält dieses Jahr den DOK.fest Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit 2019. Für seinen Debütfilm BRUCE LEE & THE OUTLAW begleitete der Fotograf Vandebrug sechs Jahre den Bukarester Straßenjungen Nicu. Dieser fand bei "Bruce Lee", dem berüchtigte König der Unterwelt, ein Zuhause – in unterirdischen Tunneln. Nicu bekommt zu Essen und so etwas wie eine Familie. Doch Drogen sind allgegenwärtig, wie das silberne Aurolac, dass die Kinder ständig mit ihren Plastiktüten inhalieren.

Die Jurybegründung

Als der elfjährige Straßenjunge Nicu von „Bruce Lee“, dem berüchtigten König der
„Unterwelt“ von Bukarest, adoptiert wird, findet er ein neues Zuhause in den
Katakomben der Hauptstadt. „Bruce Lee“ nimmt den Jungen in seine Bande auf und
bietet ihm vermeintlich das, was er dringend vermisst: Nahrung, Wärme und so etwas
wie eine Familie. Doch seine Motive sind eigennützig. „Bruce Lee“ spricht oft im Wahn,
Drogen und Kriminalität sind im Spiel. Als Nicu fast an Tuberkulose stirbt, tritt plötzlich
die uneigennützige Raluca in Nicus Leben und pflegt ihn gesund. Nicu bekommt zum
ersten Mal in seinem Leben die Chance, Kind zu sein. Er steht vor einer wichtigen
Entscheidung: Soll er dem Leben in den Tunneln endgültig den Rücken kehren?

Der niederländische Fotograf Jost Vandebrug hat Nicu über sechs Jahre in Bukarest
begleitet. Mit großem Mut und noch mehr Empathie lässt er sich auf das harte Leben
der vergessenen Kinder im post-kommunistischen Bukarest ein. Der Film gewährt uns
einen Blick in den Abgrund der Hölle. Er dokumentiert die problematische Beziehung
Nicus zu seiner Vaterfigur. Mit feinem Gespür für die Komplexität dieser verstörenden
Parallelwelt fängt er auch kleine, oft überraschende Momente des Alltags wie zum
Beispiel Geburtstagsfeiern ein. Die allgegenwärtige Sehnsucht eines Kindes nach der
Geborgenheit einer Familie steht im Zentrum der Erzählung. Ein jedes Kind ergreift
jeden Strohhalm, der sich ihm bietet, mag es auch der Falsche sein. Der Regisseur
Jost Vandebrug nimmt uns vorbehaltlos und ohne Wertung mit in die uns ansonsten
verschlossenen „Unterwelt“ und beweist in seinem berührenden Film, dass es nie zu
spät ist, sein Leben zu ändern. Ein harter und gleichzeitig liebevoller Film voller Drama
und Hoffnung, der zeigt, dass Liebe und Schönheit auch an den dunkelsten Orten zu
finden sind.

Informationen zur Jury finden Sie hier