DOK.fest zu Gast beim 8. Literaturfest München

"Alles Echt. Alles Fiktion" – so lautet das Motto des 8. Literaturfests München. Das DOK.fest ist ab dem 17. November mit sechs Dokumentarfilmen zum Thema mit dabei.

 

CAPTURING THE FRIEDMANS
USA 2003, Andrew Jarecki, 107 Min.

Das Leben der amerikanischen Mittelstandsfamilie Friedman ändert sich auf einen Schlag, als Arnold Friedmann, ein angesehener Lehrer, und sein ältester Sohn Jesse im Herbst 1987 verhaftet werden. Die Anklage lautet auf Besitz von Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch von Kindern. Bei ihren Ermittlungen stößt die Polizei auf hysterische Reaktionen und persönliche Verstrickungen, die den Fall Friedman zunehmend unauflöslich erscheinen lassen. Ein Film über Fantasie und Verbrechen und eine von ihren eigenen Abgründen tief traumatisierte Gesellschaft.

17. November 2017, 18.00 Uhr
HFF Kino 2

 

DIE HOCHSTAPLER
Deutschland 2006, Alexander Adolph, 84 Min.

Sie sind Meister der Maskerade – mit nicht selten fatalen Konsequenzen. Hochstapler lügen, manipulieren, fälschen und betrügen und das alles unter dem Schutz fremder Identitäten. Als perfekte Kenner der menschlichen Sehnsüchte spielen sie ihren Opfern eine Realität vor, die diese insgeheim selbst wahrhaben wollen. Regisseur Alexander Adolph lässt uns in seinem Film erstmals hinter die Masken von vier "echten" Hochstaplern blicken. Mit welchen Methoden erschwindelt man sich Geld, Aufmerksamkeit und Liebe? Und welche Persönlichkeiten stecken hinter den Fassaden? Ein psychologischer Krimi par excellence.

18. November 2017, 18.00 Uhr
HFF Kino 2

 

DRAUSSEN BLEIBEN
Deutschland 2007, Alexander Riedel, 84 Min.

Valentina (16) und Suli (17) sind beste Freundinnen. Kennen gelernt haben sie sich in einem Münchner Asylbewerberheim. Valentina ist mit ihrer Mutter und ihrem Bruder vor über zehn Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland geflohen. Eine Aufenthaltsgenehmigung haben sie nie bekommen, sie sind immer nur für ein paar Monate geduldet. Suli kam mit ihrer Familie vor neun Jahren aus dem Nordwesten Chinas nach München. Sie hatten Glück, denn als Uiguren wurden sie als politische Flüchtlinge anerkannt. Die Freundinnen sind viel unterwegs. In der Anonymität der Stadt fühlen sie sich frei. Valentina, unabhängig, stark und selbstbewusst, ist die Anführerin der Mädchengang. Doch dann muss sie, die schon öfter mit der Polizei aneinander geraten ist, eines Tages ins Jugendgefängnis.

20. November 2017, 18.00 Uhr

HFF Kino 2

 

ELECTROBOY
Schweiz 2014, Marcel Gisler, 113 Min.

ELECTROBOY, das ist Florian Burkhardt, ein Junge aus der Schweizer Provinz, der für Großes bestimmt ist. Was immer er anpackt, gelingt: Als Snowboardprofi gründet er das erste Schweizer Snowboardmagazin und startet dann eine kurze Schauspielkarriere in L.A. Als Topmodel von allen großen Labels gebucht, wird er zum quasi-Erfinder von YouTube und zum Veranstalter legendärer Electropartys in Zürich und erlangt zu guter Letzt Bekanntheit als Musiker und Autor. Was ihm in all den Jahren nicht gelingt, ist, zu sich selbst finden. Die Geschichte von Florian Burkhardt klingt beinahe wie das dokumentarische Pendant zu FORREST GUMP und ist doch das Porträt eines Getriebenen. Der zweite Teil des Films wandelt sich zu einem Drama mit tiefem Einblick in familiäre Abgründe. 

21. November 2017, 18.00 Uhr
HFF Kino 2

 

MONSIEUR MAYONNAISE
Australien, Deutschland 2016, Trevor Graham, 91 Min.

Auf den Spuren seiner Eltern macht sich der australische Popkünstler Philippe Mora aus Hollywood auf den Weg nach Europa. Sein Vater war 1933 aus Leipzig nach Frankreich geflohen, um sich dort der Résistance anzuschließen. Zusammen mit seinem damaligen Partner Marcel Marceau, der später als Pantomime weltberühmt wurde, hatte er unter dem Decknamen "Monsieur Mayonnaise" jüdische Kinder über die Grenze in die Schweiz geschleust. Nicht weniger bewegt stellt sich das Leben seiner Frau Mirka dar, die als Jugendliche nur knapp der Deportation durch die Nazis entging. Phlippe Mora sucht die Schauplätze der Vergangenheit auf und hält die Lebensgeschichte seiner Eltern in knalligen Comics fest. So verbinden sich die unterschiedlichen Archivaufnahmen, Interviews und Begegnungen zu einer unkonventionellen Spurensuche.

22. November 2017, 18.00 Uhr
HFF Kino 2

 

STORIES WE TELL
Kanada 2012, Sarah Polley, 109 Min.

Ein ganz normales Familienleben im Kanada der 50er Jahre: Vater, Mutter, Kinder – doch das Bild der bürgerlichen Idylle hat Risse. Erst viele Jahre später erfährt die Regisseurin, dass ihre Mutter, eine lebenslustige junge Frau und Schauspielerin, ein Doppelleben mit einem anderen Mann führte. Es beginnt eine Suche nach dem "echten" Vater, die nach und nach auch die Geschichte einer in den Grenzen der bürgerlichen Moral gefangenen Frau aufdeckt. Meisterlich inszeniertes Familienporträt, das sich mit Leichtigkeit an der Grenze von Dokument und Fiktion bewegt.

23. November 2017, 18.00 Uhr
HFF Kino 2