Die Preisträgerfilme 2017

VIKTOR Main Competition: NOWHERE TO HIDE von Zaradasht Ahmed

Aus der Jurybegründung: "Der diesjährige Gewinner ist nicht nur eine essentielle Story, er ist zeitgemäß und ein großartiges Beispiel für herausragende Filmkunst. In formaler Einfachheit wird eine Geschichte über den wichtigsten politischen Konflikt erzählt, den wir momentan erleben. Aber vor allem ist es eine Geschichte über einfache Leute, die unter außerordentlichen Umständen leben. Die Jury hat den Film NOWHERE TO HIDE von Zaradasht Ahmed ausgewählt, der uns zeigt, was einen Menschen zum Flüchtling macht."

Lobende Erwähnung: EL COLOR DEL CAMALÉON (Andrés Lübbert, Belgien/Chile 2016)

Gestiftet von BR Fernsehen und Global Screen, dotiert mit 10.000 Euro.
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VIKTOR DOK.deutsch: BRUDER JAKOB von Elí Roland Sachs

Aus der Jurybegründung: “Der Film erzählt in unprätentiösen und sehr emotionalen Bildern von Jakobs Bedürfnis nach Spiritualität, von der Kraft und Unbarmherzigkeit von Religion und Familie. Das Ringen der beiden Brüder um einander führt uns vor Augen, dass Dialog besser ist als Ausgrenzung, dass Verständnis immer vor einem Urteil stehen muss, dass eine Leitkultur, die für alle gilt, nicht so leicht auszumachen ist.”

Gestiftet von Spiegel Geschichte, dotiert mit 5.000 Euro.
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VIKTOR DOK.horizonte: MOTHERLAND von Ramona S. Díaz

Aus der Jurybegründung: "Ein Film hat uns besonders bewegt durch seinem Zugang zu einem universellen Menschenrechtsthema. Ein Thema, das jeden Mensch unabhängig von Gender oder kulturellem Hintergrund berührt. Fein austariert zwischen dem Thema und Dokumentarfilmtechnik, führt der Film den Zuschauer in einen Mikrokosmos ein, der einen tiefen Einblick in die philippinische Gesellschaft gibt und gleichzeitigt reflektiert, wie Familie und Tradition das Leben der Frauen beeinflusst. Die DOK.horizonte Jury verleiht den diesjährigen VIKTOR an MOTHERLAND von Ramona S. Díaz." 

Lobende Erwähnung: DEAD DONKEYS FEAR NO HYENAS (Joakim Demmer, Schweden/Deutschland/Finnland 2016)   

Gestiftet von der Petra-Kelly-Stiftung, dotiert mit 3.000 Euro.
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FFF-Förderpreis Dokumentarfilm: SALICELLE RAP von Carmen Té

Aus der Jurybegründung: "Carmen Té zeigt einen der trostlosesten Vororte Neapels: Salicelle. Nichts funktioniert in dieser Plattenbau-Siedlung, doch einige Bewohner wollen sich mit diesem Schicksal nicht abfinden: Die Rapper Luca Blindo und Tony Phone, die mit ihrer Musik ihren Zorn verarbeiten, Frauen und Mütter, die für ihre Familien kämpfen und Don Ciro, der Dorfgeistliche, dessen Zuversicht und Einsatz, den vielen Kindern ein anderes Weltbild zu vermitteln, unerschütterlich sind. Handschrift, genaue Beobachtung, Emotion und eindrucksvolle Bilder – alle Qualitäten des 'großen Dokumentarfilms' sind in dieser Arbeit zu finden."

Gestiftet vom FilmFernsehFonds Bayern, dotiert mit 5.000 Euro.
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kinokino Publikumspreis: MISS KIET'S CHILDREN von Petra Lataster-Czisch und Peter Lataster

Den kinokino Publikumspreis gewinnt der Film, der die meisten Stimmen im Verhältnis zu seiner Zuschauerzahl erhalten hat. MISS KIET'S CHILDREN hat mit 80 Prozent gewonnen. Insgesamt wurden 10.478 Stimmen abgegeben.

Ausgeschrieben vom BR Filmmagazin kinokino

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Megaherz Student Award: PER SONG von Shuchang Xie

Aus der Jurybegründung: "Mit viel Gespür für das Zwischenmenschliche gewährt uns der Film Einblicke in einen Freundeskreis fernab von Europa. Doch so spezifisch die Figuren und Probleme uns erscheinen, so universell spiegelt PER SONG das Lebensgefühl einer jungen Generation wider. Es ist eine melancholische Betrachtung der Einsamkeit und der Suche nach Liebe. Ein inhaltlich und formal mutiger Film, der sich nicht scheut, seinen Stil eigensinnig und konsequent zu verfolgen."

Jury: Tobias Gaede (Student, dffb Berlin), Marina Hufnagel (Studentin, HFF München), Marion Eisenmann (Studentin, KHM Köln), Beatrice Segolini (Studentin, ZeLIG Bozen), Rafael Starman (Student, Filmakademie Baden-Württemberg)

Gestiftet von megaherz, präsentiert von arte, dotiert mit 3.000 Euro

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ARRI AMIRA Award: CAMERAPERSON von Kirsten Johnson

Aus der Jurybegründung: "Kirsten Johnson lässt die Zuschauerinnen und Zuschauer in ihrem Film erfahren, wie wunderschön und lebendig, aber gleichzeitig auch unerträglich gewaltsam und ambivalent die Kameraarbeit für Dokumentarfilme sein kann. Ihr Film begibt sich auf einen klugen, persönlich essayistischen Diskurs über das Spannungs­verhältnis und die vielfältigen Facetten der Beziehung zwischen der Person hinter der Kamera und der Welt vor der Kamera. Dabei gelingen ihr Bilder und Szenen von großer Nähe und Poesie. Im Zentrum ihres Interesses steht das Zeugnis der Entstehung dieser Bilder, mit all den Widrigkeiten, Ambivalenzen und dokumentarischen Geschenken, die für das Publikum gemeinhin so nicht sichtbar werden."

Gestiftet von ARRI, dotiert mit 5.000 Euro.
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DOK.fest Preis der SOS Kinderdörfer weltweit: KOMUNIA von Anna Zamecka


Aus der Jurybegründung: „Anna Zamecka gelingt ein außerordentlicher Film, der einerseits von der Nähe und Zuneigung zu der Protagonistin lebt und anderseits den Mut hat, auch das mögliche Scheitern des Mädchens zu skizzieren. Die Familie drängt sich auf engstem Raum. Die Waschmaschine, die im Schleudergang alles zum Wackeln bringt, wird nach und nach zur Metapher für Olas Leben. Der Filmemacherin gelingt mit Hilfe einer beobachtenden, fast unsichtbar wirkenden Kameraarbeit ein zutiefst berührendes Porträt, das uns den nicht selbstverständlichen Wert von Familie bewusst macht. Familie, die Bindung ermöglicht und Halt gibt.“

Gestiftet von B.O.A Videofilmkunst, dotiert mit 3.000 Euro
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Dokumentarfilmmusikpreis: 6 JAHRE, 7 MONATE UND 16 TAGE – DIE MORDE DES NSU (Komposition: Elias Gottstein, Regie: Sobo Swobodnik)

Aus der Jurybegründung: "Elias Gottstein überzeugt durch eine mutige Komposition zu einem bildlich radikal auf ein Minimum reduzierten Film. Ihm gelingt ein modernes, elektronisches Requiem, konsequent, eigenständig, und von berückend-bedrückender Intensität, ein zeitgemäßes Tongeflecht, das sich dem Film nicht vordergründig andient, sondern diesen dramaturgisch zu seiner Entfaltung bringt. Subtil webt der Komponist musikalische Motive, die auf den kulturellen Hintergrund der NSU-Mordopfer verweisen, in die Tonebene ein und erweitert den herausfordernden Film zu einem Raum der Reflexion."

Gestiftet von der Versicherungskammer Kulturstiftung, unterstützt vom Förder- und Hilfsfonds des Deutschen Komponistenverbands DKV, dotiert mit 5.000 Euro.
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Pitch Award des Hauses des Dokumentarfilms: AWALATJE – DIE HEBAMMEN von Sarah Noa Bozenhardt

Aus der Jurybegründung: "Tradition und Moderne treffen – verkörpert durch die beiden Protagonistinnen – in einem Clash der Generationen aufeinander. Die Regisseurin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Methoden der Geburtshilfe aus zwei unterschiedlichen Perspektiven zu akzentuieren. Der enge Bezug der Regisseurin zum Land verspricht einen vertieften und persönlichen Blick auf das vielschichtige Thema. Das Projekt AWALATJE – DIE HEBAMMEN überzeugt insbesondere durch die Anlage der beiden starken Protagonistinnen.“

Jury: Anne-Kathrin Brinkmann (ZDF/arte), Petra Felber (BR), Ulla Hocker (ARTE), Diana Kraus (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Jutta Krug (WDR), Carl-Ludwig Rettinger (Lichtblick Film), Marc-André Schmachtel (Goethe Institut), Siegfried Steinlechner (ORF), Paul Thiltges (Paul Thiltges Distributions), Esther van Messel (First Hand Films), Ralph Wieser (Mischief Films), Marianne Wirth (Solothurner Filmtage)

Gestiftet vom Haus des Dokumentarfilms, dotiert mit 2.500 Euro

 

Kompositionsförderpreis: DIE GEHEIMNISSE DES SCHÖNEN LEO (Komposition: Alex Maschke, Regie: Benedikt Schwarzer)

Aus der Jurybegründung: "Aus der engen Zusammenarbeit des Komponisten und des Filmemachers ist ein persönliches und politisch relevantes Werk zu erwarten, das eine eigenständige musikalische Sprache benötigt." 

Jury: Siegfried Friedrich (Komponist), Martina Eisenreich (Komponistin), Paul Hertel (Komponist), Kaspar Kasics (Filmemacher, Autor und Produzent), Maria Knilli (Filmemacherin und Produzentin). 

Dotiert mit 2.500 Euro 

 

DOK.education Dokumentarfilmpreis für junge Menschen

Unter dem Motto DAS ANDERE SEHEN hat DOK.education zum dritten Mal einen bayernweiten Wettbewerb für junge Filmemacher und Filmemacherinnen zwischen 14 und 24 Jahren ausgeschrieben. Die feierliche Preisverleihung fand am 6. Mai im Bayerischen Landtag statt. Hier wurden fünf herausragende Dokumentarfilme prämiert:

1. Platz: TELL ME MR. LO, Maya Duftschmid, dotiert mit 500 Euro
2. Platz: WO LEBEN ANDERS IST, Theresa Setzer, dotiert mit 300 Euro
3. Platz: MEIN SHIRT, Mathis Hauter (mit Leon Schreiner, Paul Schober und Eva Böhm), dotiert mit 200 Euro
BLLV-Sonderpreis: DEUTSCH WIE DÖNER (Filmgruppe Röntgenfilm, Röntgen-Gymnasium Würzburg), dotiert mit 300 Euro
Lobende Erwähnung: STAUFNER G'SCHICHTEN (entstanden unter Birgitta Weizenegger)

Der Dokumentarfilmwettbewerb für junge Menschen wird ausgelobt von DOK.education, dem Kinder- und Jugendprogramm des DOK.fest München und der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag. Er wird unterstützt vom BLLV, dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband.  

Jury: Barbara Hordych (Süddeutsche Zeitung), Julian Monatzeder (Filmemacher), Maya Reichert (Leiterin DOK.education), Ingund Schwarz (Vorsitzende der LAG Theater und Film an den bayerischen Schulen), Moritz Spender (Schüler, Preisträger DOK.fest München 2016)