LUCANAMARCA

Peru 2008 – Regie: Carlos Cárdenas / Héctor Gálvez – Originalfassung: spanisch, quechua – Untertitel: englisch

Santiago de Lucanamarca, ein abgelegenes Dorf in den peruanischen Anden. Seine Bewohner werden den 3. April 1983 nie vergessen. An diesem Tag wurden 69 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, von Mitgliedern der maoistischen Guerillabewegung "Sendero luminoso" niedergemetzelt. Das Massaker war ein Racheakt für die Ermordung eines Anführers der Gruppierung und der Auftakt einer Serie von Morden und Menschenrechtsverletzungen an der indigenen Landbevölkerung im peruanischen Guerillakrieg. Wer nicht für den Sendero war, wurde gnadenlos als Feind behandelt. Heute, 20 Jahre später, ist die "Kommission für Wahrheit und Wiedergutmachung" im Dorf. Die Opfer sollen exhumiert, untersucht und die Angehörigen entschädigt werden. Doch können wirtschaftliche Hilfen den Verlust von Eltern und Geschwistern aufwiegen? Die Überlebenden berichten vom Aufstieg der Guerilla, die einen Ausweg aus der Armut versprach, von den Folgen und dem schrecklichen Tag des Blutbads. Während die Toten von Lucanamarca auf dem neuen Friedhof offiziell bestattet werden, stehen in Lima der Anführer des "Leuchtenden Pfades", Abimael Guzmán, und seine Gefolgsleute vor Gericht. Wird es nach so langer Zeit Gerechtigkeit geben? Ein verstörender Bericht von politisch motivierter Gewalt und Ohnmacht - und das Porträt eines Dorfes, das noch weit von der Aufarbeitung seiner tiefen Traumata entfernt ist.

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Englischer/Originaltitel: Lucanamarca. Co-Regie: Héctor Gálvez. Kamera: Carlos Cardenas / Héctor Gálvez. Ton: Francisco Adrianzen. Schnitt: Menno Boerema / Héctor Gálvez. Produktion: TV Cultura. Produzent: Sandra Yépez. Länge: 70 min.

Regie HÉCTOR GÁLVEZ, geb. in Lima, Peru. Studierte TV-Produktion am National Institute of Telecommunications. Drehte Dokumentarfilme über Menschenrechte im Auftrag verschiedener NGOs sowie einige Kurzfilme. Im Jahr 2000 begleitete er die Arbeit der "Kommission für Wahrheit und Wiedergutmachung", die die Menschenrechtsverletzungen der letzten 20 Jahre in Peru untersuchte. Daraus entstand der Dokumentarfilm Lucanamarca sowie der Spielfilm Jardines del Paraiso (Gardens of Eden). CARLOS CÁRDENAS TOVAR, geb. 1955 in Lima, Peru. Studium der Soziologie, seit 1983 im Bereich der audiovisuellen Kommunikation, insbesondere als Produzent von Dokumentarfilmen tätig. 1986 Gründung der Produktionsgesellschaft "TV Cultura".

Filme (Auswahl) HÉCTOR GÁLVEZ 1998 El Colchonero, Circo de Arena, 2004 Fotos de Familia, 2005-2007 Jardines del Paraiso CARLOS CÁRDENAS TOVAR 1993 Desplazados, 1995 Inocentes al prision: Una condena al olvido, 1999 Nada personal, 2001 Una voz que llega lejos GEMEINSAM 2003 Tarea Pendiente, 2008 Lucanamarca