THOMAS HARLAN - WANDERSPLITTER

Deutschland 2006 – Regie: Christoph Hübner – Originalfassung: deutsch – Untertitel: englisch

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Thomas Harlan, Jahrgang 1929, deutscher Revolutionär, Autor und Filmemacher. Sein Vater Veit, Regisseur des Propagandafilms "Jud Süß", kooperiert eng mit den Nationalsozialisten. Auch für ihn selbst gab es kein "Nein". Nach dem Zweiten Weltkrieg dann die Emanzipation vom Elternhaus. Harlan trifft Gilles Deleuze und Klaus Kinski, engagiert sich für die Linke weltweit und beginnt mit Recherchen in polnischen Archiven, aus denen über 2.000 Anklagen gegen deutsche Kriegsverbrecher hervor gehen. Doch seine Jagd nach Alt-Nazis in Amt und Würden kann er nicht zu Ende führen. "Irgendwann wächst einem alles über den Kopf. Wer will schon Birthler oder Gauck werden?" Nur ein Meter Raum liegt zwischen der Kamera und dem Protagonisten. Das Lungensanatorium in Berchtesgaden, Harlans derzeitiges Domizil, bezieht Christoph Hübner behutsam in den Film mit ein: Reduktion der filmischen Mittel, konzentrierte Blicke auf einen brillanten, sprachgewaltigen Erzähler.

Programm 1: THOMAS HARLAN – WANDERSPLITTER - der Film von Christoph Hübner

Programm 2: THOMAS HARLAN - ZWEI WEITERE EPISODEN ZUM FILM von Christoph Hübner


Englischer/Originaltitel: Thomas Harlan - Moving Shrapnel. Autor: Thomas Harlan, Christoph Hübner, Gabriele Voss. Kamera: Christoph Hübner. Ton: Gabriele Voss. Schnitt: Gabriele Voss. Produktion: Christoph Hübner Filmproduktion. Produzent: Christoph Hübner. Länge: 96 min. Verleih: Real Fiction Filmverleih.

Regie CHRISTOPH HÜBNER, geb. 1948 in Heidelberg. Nach seinem Jurastudium wechselte Hübner ins Regiefach an die HFF München. Ab 1975 Film-Dozent an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. 1978 eigene Produktionsgesellschaft im Ruhrgebiet, Mitbegründer des RuhrFilmZentrums, des Filmbüros NW und des Europäischen Dokumentarfilminstituts EDI. Lehrtätigkeiten an Universitäten, Kunstakademien und Filmhochschulen. Er lebt und arbeitet zusammen mit Gabriele Voss.

Filme GEMEINSAM mit Gabriele Voss (Auswahl) 1974 Huckinger März, 1975 Vom Alltag einer Krise, 1977-78 Lebens-Geschichte des Bergarbeiters Alfons S., 1979-83 Prosper / Ebel, 1980 Die vierte Generation, 1983-84 Inmitten von Deutschland, seit 1985 Menschen im Ruhrgebiet, 1987-89 Vincent van Gogh – Der Weg nach Courrières, 1989-93 Anna Zeit Land, 1994-2004 Dokumentarisch arbeiten I-IV, 1995-98 Prosper / Ebel II, 1998 Das Alte und das Neue, 1998-2003 Die Champions, 2000 Wagner // Bilder

Internationales Programm (2002-2009) 2007