DOK.fest@Ruffinihaus: Workspace für die Münchner Kreativszene

Mietfreie Räume direkt am Rindermarkt? Was erst einmal unglaublich klingt, wird nun im Rahmen eines Zwischennutzungsprojekts Realität. Die Stadt München stellt mit dem Ruffinihaus von Oktober 2017 bis Januar 2018 Kreativschaffenden Arbeitsflächen zur Verfügung. In 80 Büroeinheiten soll über drei Monate ein kreatives Schaufenster für München entstehen. Ziel ist es, den Kreativen der Stadt mehr Sichtbarkeit und die Möglichkeit zur Vernetzung anzubieten.

Das DOK.fest München ist ab Oktober in zwei Räumen im Ruffinihaus vertreten und hat sich mit einer Ausschreibung an die Münchner Filmszene gewandt. Aus zahlreichen Einreichungen haben wir nun Münchner Filmschaffende ausgewählt, die die Räumlichkeiten in den nächsten drei Monaten für ihre Projektarbeit nutzen werden.

Die ausgewählten Projekte

Annelie Boros & Timo Baer: AFTERDEATH (AT)

Filmstill aus MARS CLOSER (DOK.fest 2016)

 

Projekt

Der Dokumentarfilm AFTERDEATH (AT) beschäftigt sich mit dem Streben der Wissenschaft, das Geheimnis der Unsterblichkeit zu lüften. Große Visionäre versprechen sich, noch zu Lebzeiten den individuellen Tod zu überwinden. Was wird aus der Gesellschaft, wenn die Menschen nicht mehr sterben müssen? Und auf welchem Wege will die Wissenschaft diesen Schritt erreichen? Der Film nimmt das Publikum mit in die Ideenräume optimistischer Wissenschaftler und untersucht auf einer essayistischen Science-Fiction-Ebene die möglichen Auswirkungen dieser gravierenden Veränderung.
 

Annelie Boros

Filmemacherin, Regiestudium an der HFF München im Bereich Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik, Regisseurin von MARS CLOSER (DOK.fest 2016), FUCK WHITE TEARS und F32.2 (Premiere bei DOK Leipzig)

Timo Baer

Drehbuchautor, Studium an der HFF München, Autor verschiedener preisgekrönter Kurzfilme, momentan Arbeit an der Serie HIT AND RUN (ZDF Kleines Fernsehspiel / Funk, Regie: Lea Becker)

Tom Kimmig

Tom Kimmig

Dokumentarfilmemacher, Kameramann

Regie- und Kamerastudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), seit 2014 u.a. Fokus auf der Entwicklung von Interactive, 360° und Trans-/Cross-Media.


Als transmedial denkender Filmemacher engagiert sich Tom Kimmig im Vorstand von Transmedia Bayern e.V.. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die unterschiedlichen AkteurInnen der bayerischen Kreativszene untereinander zu vernetzen. Darunter fallen die Bereiche Film, Games, Animation, Presse, Werbung, Rundfunk, Musik, Kunst, Design und angrenzende Branchen. Außerdem möchte Transmedia Bayern den Nährboden für die Entwicklung von innovativen und transmedialen Projekten bereiten. Die Förderung dieses jungen Themas in Bayern soll dabei Anziehungskraft für die Medienbranche weiter erhöhen.

 

Sarah Schill: KASIMIR UND KAROLINE / AMOK – KOMA

Projekte


„Kasimir und Karoline – Geschichten einer Freundschaft": Roman für Kinder über zwei Außenseiter, die in der weiten Welt Abenteuer voller Magie erleben und dabei immer wieder bestehende Regeln hinterfragen – oder gleich über den Haufen werfen. 

AMOK – KOMA, Spielfilm-Drehbuch: Eine Nacht auf der Intensivstation eines Krankenhauses, in der drei sehr unterschiedlichen Protagonistinnen klar wird, wie schmal der Grat zwischen Leben und Tod im Grunde ist. 

 

Sarah Schill

Drehbuch- und Buchautorin, Lektorin, Dramaturgin

Produktionsstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), 2007 bis 2008 Teilnahme an der Drehbuchwerkstatt der HFF München und Entwicklung des Dramas LUST FOR LIFE (nominiert für den Tankred Dorst- sowie den Sehsüchte-Drehbuchpreis), Autorin u.a. des Drehbuchs SOMEWHERE IN TONGA (Regie: Florian Schewe, ZDF Das kleine Fernsehspiel) und des Sachbuchs "Anständig leben" (Randomhouse 2014), 2014 Reporterin bei der fünfteiligen Arte-Doku-Reihe „Eutopia – Europas Städte, Europas Zukunft“

Helen Simon: FIEBER (AT)

Recherchebild für FIEBER

 

Projekt

Ein abendfüllender Dokumentarfilm über gestohlene Leben und die Stärke des menschlichen Geistes. FIEBER begleitet vier Menschen – Jenna, Grizelda, Ana und Te –, die vom Menschenhandel betroffen sind. Die Opfer der modernen Sklaverei werden durch psychologische und körperliche Gewalt, Drohungen, Lügen, Betrug und Schuldknechtschaft dazu genötigt, sich gegen ihren Willen zu kommerziellen Zwecken an sexuellen Handlungen zu beteiligen. Die Geschichten von Jenna, Grizelda, Ana und Te werfen ein erhellendes Licht auf die Widerstandskraft des menschlichen Geistes und die sozialen und historischen Umstände, die Entmenschlichung und Missbrauch erst möglich machen. In seinem zukunftsweisenden Ansatz stellt FIEBER unsere Wahrnehmung von Trauma, Menschenhandel und Unterdrückung auf den Prüfstand und sucht nach Wegen, tiefsitzende Wunden zu heilen.
 

Helen Simon

Dokumentarfilmemacherin, Regiestudium an der HFF München im Bereich Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik

Die Räumlichkeiten im Ruffinihaus

  • Zeitraum: 04.10.2017 – 15.01.2018
  • Raumgröße: 19m², 1. OG

Mit Unterstützung des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München.