British Pathé Archive Award 2020

Gestiftet von British Pathé, dotiert mit Beistellungen im Wert von 14.000 Euro

© British Pathé Ltd.

Der British Pathé Archive Award ist ein Förderpreis für Archiv- und Kompilationsfilme. Hochwertige Archivaufnahmen sind für Dokumentarfilme oft von nahezu unschätzbarem Wert. Die Verwendung von historischen oder kommerziellen Filmausschnitten in größerem Umfang hebt das benötigte Produktionsbudget jedoch wesentlich an. Mit dem Archive Award haben British Pathé und DOK.forum sich zum Ziel gesetzt Projekte, die mit lizensiertem Material arbeiten, zu fördern und damit dieses traditionsreiche dokumentarische Genre zu stärken.

Aus den Einreichungen für den DOK.forum Marktplatz wird eine dreiköpfige Jury bei den Pitches ein Projekt auswählen. Das Gewinnerprojekt erhält British Pathé Archivmaterial im Wert von 14.000 Euro, alternativ können 2.500 Euro in bar ausgezahlt werden.

Preisstifter: British Pathé

British Pathé gilt als das beste Wochenschauarchiv der Welt und ist eine Fundgrube von 85.000 Filmen, die in ihrer historischen und kulturellen Bedeutung ihresgleichen sucht. In den vergangenen 50 Jahren wurde dieses Material unter anderem von Rundfunkanstalten, Produktionsfirmen, Unternehmen und Museen intensiv genutzt.

 

Preisträger.innen 2020: QUEEN OF CHESS von Bernadett Tuza-Ritter, Gabor Harmi, Lili Kovacs für

Es erzählt die größtenteils vergessene Geschichte der Ungarin Judith Polgar, die als junges Mädchen in der Männerdomäne der Schachwettbewerbe berühmt wurde. Historische Aufnahmen, die in das spätkommunistische Ungarn führen, werden mit Home Movies aus dem Privatarchiv der Familie Polgar sowie Fernsehberichten über die Wettbewerbe mit den Schachweltmeistern ihrer Zeit, insbesondere Garri Kasparov, verknüpft. So entsteht ein intimes Porträt einer ungewöhnlichen jungen Frau und gleichzeitig eine Zeitreise in eine historische Umbruchphase.

Aus der Jurybegründung: "Die Jury hat vor allem der kluge und virtuose Umgang mit dem vielseitigen Archivmaterial überzeugt. Die historischen und größtenteils unbekannten Filmaufnahmen stellen hier eine tragende Erzählebene dar. Vielversprechend erscheint der Jury außerdem, wie die unterschiedlichen Facetten dieser Wunderkind-Geschichte aufgefächert werden: das Erziehungsexperiment des Vaters, das Geschlechterverhältnis, die eigenwillige Welt des Schachs, die Spannung von Wettkämpfen, die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen – all dies spiegelt sich in dieser aufregenden Frauen-Biographie."

 

Jury 2020

Anke Hahn (Leitung Filmverleih, Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen)

Patrick Hörl (Geschäftsführung, Autentic GmbH)

Monika Preischl (Archive Researcher und Archive Producer)

Simon Witter (Footage Archive / Licensing, British Pathé Ltd.)

 

Rückblick 2019: WENN DER NEBEL SICH LICHTET von Nancy Brandt und Ralf Kukula

Simon Witter von British Pathé, Nancy Brandt (Preisträgerin), Claudia Engelhardt (Filmmuseum München), Andrea Bräu (BR) und Dr. Kay Hoffmann (Haus des Dokumentarfilms)

Der British Pathé Archive Award 2019 geht an das Projekt WENN DER NEBEL SICH LICHTET von Nancy Brandt und Ralf Kukula:

"Was kann jede.r von uns tun, um der Gefährdung der Demokratie in Europa entgegenzuwirken? Wie sollen wir dem Erstarken politisch rechter Strömungen mit einer klaren Haltung entgegentreten? Dieses Phänomen ruft ungute Erinnerungen wach an eine Zeit, in der sich Europa, in der sich Deutschland in einer ähnlichen Situation befand, die sich als „bedrohte Ordnung“ beschreiben lässt. Nancy Brandt und Ralf Kukula greifen mit ihrem Filmprojekt WENN DER NEBEL SICH LICHTET ein sowohl historisch als auch heute höchst relevantes Thema auf, das sie mit einem erzählerisch ungewöhnlichen Ansatz und mit Hilfe der Rotoskopie-Technik als Animadok aufbereiten wollen. Darin treffen Martin Gauger, ein junger Mann aus der ausgehenden Weimarer Zeit, und die Autorin selbst in verschiedenen Zeitebenen aufeinander. Anhand von Fotos sowie historischen und zeitgenössischen Archivfilmen werden Vergangenheit und Gegenwart raffiniert miteinander verwoben. Und dafür kann es gar nicht genug Archivmaterial mit Alltagsszenen geben. Die Jury glaubt an diesen sehr persönlichen und engagierten Film, den Nancy Brandt überzeugend präsentiert hat. Herzlichen Glückwunsch!"

Die nominierten Projekte 2019

Jury: 

Andrea Bräu, Bayerischer Rundfunk, History and Society Department

Claudia Engelhardt, Filmmuseum München

Dr. Kay Hoffmann, Haus des Dokumentarfilms Stuttgart

Simon Witter, British Pathé London

Moderation:

Sebastian Sorg, FFF Bayern