African Encounters: Generation Africa shifting the narrative

Migration und Filmproduktion aus afrikanischer Perspektive

 

AFRICAN MOOT 2022 von Shameela Seedat

 

African Encounters! Mit neuem Namen und Konzept setzte DOK.network Afrika 2022 bereits zum neunten Mal seinen Afrikaschwerpunkt. Der „Africa Day“ wurde zu „African Encounters“, Begegnungen und Austausch mit Filmemacher.innen des afrikanischen Kontinents standen verstärkt im Fokus.

Wir präsentierten die Dokumentarfilmreihe „Generation Africa“ der südafrikanischen gemeinnützigen Medienorganisation STEPS: Junge Filmemacher.innen des afrikanischen Kontinents erzählen aus ihrer Perspektive Geschichten über Migration, und wollen so einen Wandel in der Wahrnehmung von Flucht und Flüchtenden bewirken.

Vier dieser Filme zeigten wir in unserem Festivalprogramm: AFRICAN MOOT von Shameela Seedat entführt uns in einen fiktiven Gerichtssaal: Die besten Jurastudent.innen Afrikas kommen zusammen, um über die Rechte von Flüchtlingen auf dem Kontinent zu verhandeln. HOME AGAIN von Babucarr Manka handelt von Rückkehrer.innen, die sich in Gambia eine Existenz aufbauen sollen und wie sie die Wiedereingliederungspolitik erleben.

Claudine Ndimbira aus Ruanda fordert mit ihrem Kurzfilm LEND ME YOUR VOICE unsere ganze Aufmerksamkeit und Empathie für traumatisierte Geflüchtete. Und in NO SIMPLE WAY HOME begleiten wir Akuol de Mabior nach Jahren des Exils auf der Suche nach Heimat und Identität in ihrer Heimat Südsudan. Vier unterschiedliche Geschichten über Migration. Vier Geschichten über die junge Generation in Afrika und ihren Willen, sich vor Ort ein Leben mit Perspektiven aufzubauen.

In einer Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit STEPS, der DW Akademie, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und ARTE kamen wir in einen direkten Austausch mit den Filmemacher.innen. Thema war zum Einen ihre Sicht auf Migration: Was bedeutet der Perspektivwechsel vor allem für die junge Generation auf dem afrikanischen Kontinent? Kann der Dokumentarfilm politisch sein und zu einer Veränderung der Realität beitragen? Andererseits sprachen wir mit den Produzent.innen und Sendern über neue Modelle der Filmproduktion zwischen Afrika und Europa sprechen. Barbara Off

 

African Encounters Filme & Timetable

AFRICAN MOOT
Südafrika/Finnland 2022, Shameela Seedat, 83 Min.

Jedes Jahr treffen sich über hundert Jurastudent.innen aus ganz Afrika, um am African Moot Wettbewerb teilzunehmen: in einer simulierten Gerichtsverhandlung vor dem Afrikanischen Gerichtshof für Menschenrechte werden dieses Mal die Rechte von Flüchtlingen auf dem Kontinent verhandelt. Die nächste Generation der juristischen Elite in Afrika zeigt, was sie kann.

Fr 06. Mai, 18 Uhr, Neues Rottmann
Mit anschließendem Q&A mit Don Edkins und Tiny Mungwe von STEPS

Podiumsdiskussion

Discovering African stories through co-production and financing – Generation Africa shifting the narrative on migration

In der Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit STEPS, der DW Akademie, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und ARTE werden wir in einen direkten Austausch mit den Filmemachern treten. Zum einen geht es um ihre Sicht auf Migration: Was bedeutet der Perspektivwechsel vor allem für die junge Generation auf dem afrikanischen Kontinent? Kann der Dokumentarfilm politisch sein und zu einer Veränderung der Realität beitragen? Andererseits werden wir mit den Produzenten und Sendern über neue Modelle der Filmproduktion zwischen Afrika und Europa sprechen.

Sa 07. Mai, 10 Uhr, Hochschule für Fernsehen und Film / Audimax

Eintritt frei

LEND ME YOUR VOICE
Ruanda/Südafrika 2021, Claudine Ndimbira, 19 Min.

Die geflüchtete  Akili Nadege hat Schreckliches erlebt: Verlust, Haft, Gewalt, Folter. Frauen und Männer leihen ihre Stimme, um Akilis Geschichte vorzulesen. Je mehr die Vorleser.innen erfahren, desto berührter sind sie. Und Akili bekommt ihre Handlungsfähigkeit, ihre Würde zurück. Ein eindrucksvoller Kurzfilm, der unser Mitgefühl fordert und in Szene setzt.

Sa 07. Mai, 14.30 Uhr, HFF Audimax (erster Film)
Mit anschließendem Q&A mit der Regisseurin Claudine Ndimbira

 

HOME AGAIN
Gambia/Südafrika 2022, Babucarr Manka, 40 Min.

Zweimal schon ist die Reise nach Europa gescheitert. Zurück in seiner Heimat Gambia soll der 20-jährige Paabi sich nun mit Unterstützung der Internationalen Organisation für Migration eine Existenz aufbauen. Die Lebensumstände sind schwierig und die Erwartungen der Großfamilie hoch. Am Ende steigt Paabi doch wieder in einen Bus Richtung Norden.

Sa 07. Mai, 14.30 Uhr, HFF Audimax (zweiter Film) 
Mit anschließendem Q&A mit dem Regisseur Babucarr Manka

 

NO SIMPLE WAY HOME
Kenia/Südafrika 2022, Akuol de Mabior, 85 Min.

Freiheitskampf, Exil, Verlusterfahrung und Vize-Präsidentschaft – ein ereignisreiches politisches Familienleben aus dem Südsudan. Mit ihrem Langfilmdebüt zeichnet die Filmemacherin nicht nur ein starkes Porträt ihrer Mutter, sondern gibt auch auf höchster politischer Ebene seltene Einblicke in das Nationbuilding des jüngsten Staates der Welt.

Sa 07. Mai, 19 Uhr, Amerikahaus
Mit anschließendem Q&A mit der Regisseurin Akuol de Mabior und dem Produzenten Sam Soko

 

Gäste

Don Edkins

Leitender Produzent STEPS

Don Edkins ist ein südafrikanischer Dokumentarfilmer und Produzent mit Sitz in Kapstadt. Er hat Dokumentarfilmprojekte produziert, die in der ganzen Welt ausgestrahlt wurden, wie Steps for the Future, Why Democracy? und Why Poverty? Er ist leitender Produzent von AfriDocs, einer frei zugänglichen VOD-Plattform und einer in ganz Afrika ausgestrahlten Dokumentarfilmreihe, sowie von Dare to Dream, einem Projekt mit asiatischen Filmemacher.innen. Derzeit entwickelt er ein neues Dokumentarfilmprojekt mit afrikanischen Filmemachern, Generation Africa.

Akuol de Mabior

Regisseurin NO SIMPLE WAY HOME

Akuol de Mabior wuchs in Kenia auf und wurde in Kuba geboren. Die südsudanesische Filmemacherin studierte Film- und Medienproduktion an der Universität von Kapstadt. Ihre Kurzfilme wurden auf zahlreichen Filmfestivals in Südafrika und den Vereinigten Staaten gezeigt. NO SIMPLE WAY HOME ist ihr Spielfilmdebüt als Dokumentarfilmerin. Sie ist der Meinung, dass die Perspektiven afrikanischer Frauen unterbewertet sind, und möchte gegenhegemoniale Geschichten für die Leinwand schaffen, die das afrikanische Publikum erreichen, unsere Vorstellungskraft anregen und uns ermutigen, anders über uns selbst und unsere Zukunft nachzudenken.

Babucarr Manka

Regisseur HOME AGAIN

Babucarr Manka ist der Kreativdirektor des führenden audiovisuellen Unternehmens in Gambia, State Of Mic Multimedia. Seit er 2009 mit dem Filmemachen begann, hat er zahlreiche Dokumentarfilme, Fernsehsendungen und Werbespots produziert und Regie geführt. Seit 2017 hat er ein starkes Interesse an der Produktion von Filmen entwickelt, da er auf der Suche nach tieferen Wegen ist, um gewöhnliche Menschen und Alltagsgeschichten zu verstehen. Seit 2018 nimmt er gemeinsam mit afrikanischen Filmemachern auf dem ganzen Kontinent an Schulungen zur Entwicklung von Geschichten und zur Produktion von Dokumentarfilmen teil, die von STEPS gefördert werden. So kann er sich die notwendigen Fähigkeiten aneignen, um authentische und fesselnde Geschichten aus dem ganzen Kontinent zu erzählen.

Tiny Mungwe

Dokumentarfilm- und Kunstproduzentin STEPS

Tiny Mungwe ist eine Dokumentarfilm- und Kunstproduzentin. Derzeit arbeitet sie bei STEPS, wo sie Generation Africa produziert, eine panafrikanische Anthologie mit 25 Dokumentarfilmen aus 16 afrikanischen Ländern zum Thema Migration. Mungwes Filme wurden auf mehreren Festivals in der ganzen Welt gezeigt, ihr Kurzfilmdrehbuch EVELYN wurde für das Women Filmmaker Project der National Film and Video Foundation (NFVF) ausgewählt. Mehrere Jahre lang arbeitete sie als Festivalorganisatorin und Programmgestalterin und ist weiterhin als Programmkuratorin für den Durban FilmMart tätig. Sie programmierte und kuratierte auch die erste Buch- und Kunstmesse der Stadt Durban, ARTiculate Africa.

Claudine Ndimbira (Shenge)

Regisseurin LEND ME YOUR VOICE

Ndimbira Claudine (Shenge) ist eine ruandische Filmemacherin, die in Kigali wohnt. Sie drehte ihren ersten Kurzfilm als Regisseurin im Jahr 2013 und hat seitdem einige weitere Filme als Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin gedreht. Shenge war Teil der Internationalen Klasse an der Filmakademie Baden-Württemberg, Deutschland. Shenges Filme liefen auf verschiedenen Festivals, unter anderem auf dem Pan African Film Festival, Los Angeles, dem AFRIKAMERA Film Festival, Berlin, dem Vancouver Queer Film Festival in Kanada und dem Afrika Filmfestival, Leuven. 

Martin Pieper

Redakteur für Kultur- und Wissenschaftsprogramme ZDF/ARTE

In den Jahren 1990-1994 war Martin Pieper bei ZDF Enterprises für die rechtlichen und geschäftlichen Belange der ECA sowie für einige ausgewählte internationale Koproduktionen zuständig. Von 1994 bis 1996 war er Assistent des Direktors für europäische Joint-Venture-Programme und von 1996 bis 2000 Assistent des Direktors für europäische Satellitenprogramme. Seit 2000 ist er Redaktionsleiter der Abteilung Kultur- und Wissenschaftsprogramme/ARTE, die die Programme für die meisten der auf ARTE ausgestrahlten Dokumentarfilme liefert.

Florian Schewe

Produzent Film Five GmbH

Florian Schewe studierte Regie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Seine Dokumentar- und Spielfilme waren weltweit auf Festivals präsent und gewannen u.a. den Grimme-Preis. 2017 gründete er zusammen mit vier Produzenten die in Berlin ansässige FILM FIVE GmbH. Als kreativer Produzent war er verantwortlich für die Dokumentarfilme NO GOLD FOR KALSAKA (IDFA, FESPACO, RIDM) und WHEN A FARM GOES AFLAME (BERLINALE, CPH:DOX, BFI), den Grimm-Preis nominierten BELLA PALANKA und LIEBE, D-MARK UND TOD, der den Panorama Publikumspreis auf der 72. Berlinale gewann.

Natascha Schwanke

Director of Media Development (DW Akademie)

Natascha Schwanke hat schon als Trainerin, Beraterin und Projektmanagerin für die DW Akademie gearbeitet und drei Jahre lang die Abteilung Afrika geleitet. Seit März 2019 ist sie Director of Media Development und stellvertretende Leiterin der DW Akademie. Natascha Schwanke ist gelernte Journalistin und arbeitete viele Jahre für TV und Radioprogramme verschiedener Sender.

Sam Soko

Produzent NO SIMPLE WAY HOME

Sam Soko ist Filmregisseur, Produzent und Cutter in Nairobi. Er sucht nach Geschichten, die es ihm ermöglichen, sich in soziopolitischen Räumen zu engagieren. Er ist Mitbegründer von LBx Africa, einer kenianischen Produktionsfirma, die 2018 den Oscar-nominierten Kurzspielfilm WATU WOTE produziert hat. Sokos erstes Dokumentarfilmprojekt SOFTIE wurde 2020 auf dem Sundance Film Festival uraufgeführt und gewann einen Sonderpreis der Jury für den Schnitt. Derzeit produziert Soko Spielfilme von afrikanischen Erstlingsregisseuren in Kenia, dem Südsudan und Simbabwe und ist außerdem Co-Regisseur eines Films über das weltweit kühnste Experiment eines allgemeinen Grundeinkommens in Kenia.


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Gefördert mit Mitteln für Filmfestivalförderung des Goethe-Instituts in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland.

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