Internationales Programm (2002-2009) 2003
GASTEIG So 4.5. 17.00

CONTERGAN: DIE ELTERN

– Deutschland 2003 - Regie: Andreas Fischer - Originalfassung: deutsch 

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1957 kommt das Schlaf- und Beruhigungsmittel "Contergan" in Deutschland auf den Markt. Es versprach werdenden Müttern eine ruhige und angenehme Nacht. Die Folge: etwa 5.000 missgebildete Kinder werden in den nachfolgenden Jahren geboren, mit verkürzten oder veränderten Gliedmaßen, häufig auch mit Schäden an den inneren Organen. Etwa die Hälfte der Kinder überlebte nicht. Schon bald entsteht der Verdacht, dass die Häufung der Missbildung mit der Einnahme von Contergan zusammenhängt. Doch erst 1961 wird das Medikament aufgrund des massiven Drucks von Presse und Öffentlichkeit aus dem Handel gezogen.

In sehr lebendigen und eindringlichen Schilderungen berichten Mütter und Väter über die Zeit der Schwangerschaft, über die Momente unmittelbar nach der Geburt. Sie erzählen, wie das Leben mit einem behinderten Kind in den 60er Jahren aussah, wie Nachbarn und Leute auf der Straße auf sie reagierten. Sie erinnern sich an den schwierigen Moment, als sie ihren Kindern erklären mussten, dass ihre Behinderung durch die Einnahme eines Medikaments verursacht wurde. Sie beschreiben, wie es selbst in ihrem Inneren aussieht: ihr Leben in der Schuld, ihre Gefühle gegenüber ihren Kindern. Und sie sagen, was sie sich für ihre Kinder wünschen.

Autor: Andreas Fischer. Kamera: Roland Breitschuh, Ralph Kaechle, Dieter Stürmer. Ton: Thomas Bianga, Til Butenschön. Schnitt: Martina Pille, Fabienne Westhoff. Musik: Chara Kyriasoglou. Produktion: Moraki-Film GmbH. Länge: 100 min. Vertrieb: s.o. Verleih: s.o.