- Donnerstag
07.05.2009
17:00
Gasteig Vortragssaal
OmeU dt. eingespr. - Samstag
09.05.2009
15:00
Atelier
OmeU
LUCANAMARCA
1983 verübte der "Leuchtende Pfad" ein Massaker in dem peruanischen Dorf. Jetzt werden die Opfer exhumiert - wird die "Kommission für Wahrheit und Wiedergutmachung" halten, was ihr Name verspricht? – Peru 2008 - Regie: Carlos Cárdenas / Héctor Gálvez - Originalfassung: spanisch, quechua - Untertitel: englisch
Santiago de Lucanamarca, ein abgelegenes Dorf in den peruanischen Anden. Seine Bewohner werden den 3. April 1983 nie vergessen. An diesem Tag wurden 69 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, von Mitgliedern der maoistischen Guerillabewegung "Sendero luminoso" niedergemetzelt. Das Massaker war ein Racheakt für die Ermordung eines Anführers der Gruppierung und der Auftakt einer Serie von Morden und Menschenrechtsverletzungen an der indigenen Landbevölkerung im peruanischen Guerillakrieg. Wer nicht für den Sendero war, wurde gnadenlos als Feind behandelt. Heute, 20 Jahre später, ist die "Kommission für Wahrheit und Wiedergutmachung" im Dorf. Die Opfer sollen exhumiert, untersucht und die Angehörigen entschädigt werden. Doch können wirtschaftliche Hilfen den Verlust von Eltern und Geschwistern aufwiegen? Die Überlebenden berichten vom Aufstieg der Guerilla, die einen Ausweg aus der Armut versprach, von den Folgen und dem schrecklichen Tag des Blutbads. Während die Toten von Lucanamarca auf dem neuen Friedhof offiziell bestattet werden, stehen in Lima der Anführer des "Leuchtenden Pfades", Abimael Guzmán, und seine Gefolgsleute vor Gericht. Wird es nach so langer Zeit Gerechtigkeit geben? Ein verstörender Bericht von politisch motivierter Gewalt und Ohnmacht - und das Porträt eines Dorfes, das noch weit von der Aufarbeitung seiner tiefen Traumata entfernt ist.
Englischer Titel: Lucanamarca. Co-Regie: Héctor Gálvez. Kamera: Carlos Cardenas / Héctor Gálvez. Ton: Francisco Adrianzen. Schnitt: Menno Boerema / Héctor Gálvez. Produktion: TV Cultura. Länge: 70 min.


